Heiko Maas möchte die Reisewarnung ab dem 15. Juni aufheben. Wer sich dann aber im Urlaub infiziert, wird nicht zwingend von der Bundesregierung zurückgeholt. Der Virologe Streeck plädiert für "mehr Mut" im Sommer. Aufgrund der Coronakrise stauen sich zahlreiche Gerichtsverfahren und die Menschen sind durch die Hygiene-Regeln eher bereit neue Zahlungsmöglichkeiten zu nutzen. Alle News zum Coronavirus.

  • 11:29 Uhr: Maas: Keine Rückholaktionen für infizierte Deutsche aus Urlaubsländern
  • 09:23 Uhr: Richterbund: Gerichtsverfahren stauen sich nach Coronakrise
  • 08:00 Uhr: Virologe Streeck plädiert für "mehr Mut" im Sommer

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Top-News: Maas: Keine Rückholaktionen für infizierte Deutsche aus Urlaubsländern

11:29 Uhr: Die Bundesregierung wird nach Angaben von Außenminister Heiko Maas (SPD) im Sommer keine Urlauber mit Coronavirus-Infektionen nach Deutschland zurückholen. "Wer sich im Urlaub infiziert, kann jedenfalls nicht davon ausgehen, dass wir ihn nach Deutschland zurückbringen", sagte Maas der "Bild am Sonntag".

"Natürlich stehen in akuten Notfällen unsere Auslandsvertretungen immer bereit, konsularisch zu unterstützen. Aber: Die Bundesregierung wird im Sommer nicht noch einmal Flieger schicken können, um deutsche Urlauber heimzuholen."

Maas hatte am Mittwoch angekündigt, die weltweite Reisewarnung wegen der Coronavirus-Pandemie ab dem 15. Juni aufzuheben - zunächst aber nur für viele europäische Länder. "Wir wollen uns darauf verlassen können, dass unsere Bürger, wenn sie reisen, die größtmögliche Sicherheit haben mit Blick auf die Ausbreitung des Virus", bekräftigte Mass in der "BamS".

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Weitere Corona-Meldungen des Tages im Live-Blog:

Lockerungen im arabischen Raum nach Einschränkungen wegen Corona

12:03 Uhr: Nach dem weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie kehren mehrere Länder im arabischen Raum wieder schrittweise zum gewöhnlichen Alltag zurück.

Unter anderem kündigten Ägypten, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen an, um Wirtschaft und Tourismus langsam wiederzubeleben - trotz vielerorts steigender Infektionszahlen.

In Ägypten - mit 100 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land in Nordafrika - haben sich nach offiziellen Angaben mehr als 32.600 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. Vor einer Woche hatte das Land mit mehr als 1.500 Neuinfektionen den höchsten Anstieg an einem Tag seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Die Zahl der Krankenhäuser, die Corona-Patienten behandeln, wurde auf landesweit 340 erhöht.

Auch die Staaten am Persischen Golf lockern ihre Einschränkungen. In Saudi-Arabien sind seit etwa einer Woche wieder Inlandsflüge und Zugfahrten erlaubt. Auch Einkaufszentren, Restaurants und Cafés sind regulär geöffnet. Bis zu 50 Personen dürfen sich wieder treffen.

Zwar bleiben Schönheitssalons, Friseure, Sportanlagen und Kinos weiterhin geschlossen, ab dem 21. Juni soll das tägliche Leben landesweit - mit Ausnahme von Mekka - aber wieder uneingeschränkt laufen.

Fast 110.000 Corona-Tote in den USA

11:09 Uhr: In den USA ist die Zahl der Corona-Toten auf fast 110.000 gestiegen. 749 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben, hieß es am Sonntag auf der Website der Johns-Hopkins-Universität. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle stieg demnach landesweit auf 1,9 Millionen. Etwa 500.000 Menschen sind bereits wieder genesen.

Gemessen an der absoluten Zahl der Infektions- und Todesfälle sind die USA weltweit das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Auf dem Höhepunkt der Ansteckungswelle im April wurden in den Vereinigten Staaten etwa 3000 Corona-Tote pro Tag registriert. Inzwischen ist dieser Wert auf etwa tausend pro Tag gesunken. Täglich werden noch rund 20.000 Neu-Infektionen gemessen.

Israel: Immer mehr Schulen schließen wieder

09:33 Uhr: Angesichts eines Neuanstiegs von Corona-Infektionen müssen immer mehr Schulen in Israel wieder schließen. Mehr als 100 Schulen und Kindergärten blieben am Sonntag nach einer Mitteilung des Bildungsministeriums geschlossen. Die israelische Arbeitswoche beginnt sonntags.

Bei 330 Schülern und Lehrern ist bisher der Erreger SARS-CoV-2 nachgewiesen worden, mehr als die Hälfte davon in Jerusalem. Mehr als 16.000 Schüler und Lehrer sind in häuslicher Quarantäne. Abschlussfeiern zum Ende des Schuljahrs sollen nur noch in eingeschränkter Form stattfinden. Die Regierung will außerdem weitere geplante Lockerungsmaßnahmen neu überdenken.

Nach der Infektion eines arabischen Abgeordneten im israelischen Parlament mussten sich am Samstag als Vorsichtsmaßnahme vier weitere Knesset-Mitglieder in Heimquarantäne begeben. Die Mitglieder der Vereinigten Arabische Liste waren mit ihrem Parteifreund in Kontakt gewesen.

Richterbund: Gerichtsverfahren stauen sich nach Coronakrise

09:23 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie haben sich bei der Justiz viele Verfahren aufgestaut, die in den kommenden Monaten nachgeholt werden müssen. Während des Notbetriebs hätten die Gerichte zwar wichtige Strafprozesse, dringende Haftsachen sowie Eilverfahren bearbeitet, in den allermeisten Fällen hätten sie Verhandlungen bis Ende April aber absagen müssen, sagte Richterbund-Geschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag).

Im Mai seien die Verhandlungstermine vielerorts immerhin schon wieder auf die Hälfte des Üblichen oder mehr gestiegen. "Es dürfte aber noch bis zum Jahresende dauern, ehe alle verschobenen Termine parallel zu den laufenden Eingängen abgearbeitet sind."

Rebehn wies darauf hin, dass es längst nicht überall ausreichend Gerichtssäle gebe, die groß genug für die geltenden Abstandsregeln sind. "Hinzu kommt, dass auch viele Anwälte jetzt stark ausgelastet sind, was eine zügige Terminierung von Verfahren zusätzlich erschwert."

Verstoß gegen Virus-Auflagen: Harte Strafen gegen Fußballer in China

08:20 Uhr: Sechs Fußballer des chinesischen U-19-Teams sind für ein halbes Jahr suspendiert worden, weil sie gegen Beschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus verstoßen haben. Die Spieler hätten das bis Samstag laufende Trainingscamp in Shanghai unerlaubt verlassen, um etwas trinken zu gehen, wie der chinesische Fußballverband nach Angaben der Staatsmedien vom Sonntag berichtete. "Es war ein schwerer Verstoß gegen die Vorschriften für das Team zur Kontrolle der Epidemie und hat die Mannschaft negativ beeinflusst."

Die Spieler dürfen bis zum 30. November weder bei ihren Clubs, noch auf nationaler Ebene spielen. Während einer der sechs Fußballer in Japan spielt, sind die anderen zusätzlich von ihren Clubs bestraft worden, indem ihnen für die Zeit das Gehalt gesperrt wurde. Auch wurden gegen zwei Spieler Geldstrafen von 200.000 und 300.000 Yuan verhängt, umgerechnet 25.000 beziehungsweise 37.000 Euro.

Virologe Streeck plädiert für "mehr Mut" im Sommer

Hendrik Streeck plädiert für mehr Mut in den Sommermonaten.

08:00 Uhr: Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie sieht der Virologe Hendrik Streeck eine Chance während der Sommermonate. Es könne möglicherweise eine Teilimmunität in der Bevölkerung aufgebaut werden, die dann den weiteren Verlauf der Pandemie abschwäche, sagte der Bonner Professor der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sollten uns über den Sommer ein bisschen mehr Mut erlauben", so Streeck.

Derzeit zeigten Studien, dass bis zu 81 Prozent der Infektionen asymptomatisch verliefen. Das heißt, die Infizierten haben keine oder kaum Symptome. "Die Zahl der COVID-19-Erkrankten auf den Intensivstationen ist derzeit rückläufig", sagte Streeck. "Es besteht eine Chance, dass wir über den Sommer die Anzahl der Personen mit Teilimmunität erhöhen können." Die Hoffnung auf einen Impfstoff könne sich als trügerisch erweisen. Also solle man sich darauf einstellen, mit dem Virus zu leben.

Bankenpräsident: Coronakrise beschleunigt Filialabbau

08:00 Uhr: Die Corona-Krise wird das Filialsterben bei Deutschlands Banken nach Einschätzung von Bankenpräsident Martin Zielke beschleunigen. "Wir werden nach dieser Krise viel mehr Menschen haben, die offener sind für andere Zugangs- und Vertriebswege. Der seit Jahren anhaltende Trend zur Digitalisierung wird einen großen Schub bekommen", sagte der Commerzbank-Chef in seiner Funktion als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Zahl der Filialen ist seit Jahren rückläufig. Hier wird es nochmal eine Beschleunigung geben. Dabei orientieren sich die Banken an den Bedürfnissen der Kunden."

RKI meldet 301 Neuinfektionen in Deutschland

05:00 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 301 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 183.979 Menschen in Deutschland nachweislich mit SARS-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Sonntagmorgen meldete (Datenstand 07.06. 0 Uhr).

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8.668 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 22. Etwa 169.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, bleibt nach aktuellsten RKI-Angaben unter der kritischen Marke von 1,0, nämlich bei 0,87 (Datenstand 6.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,68 gelegen.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.