Die Aussichten auf einen Urlaub in Deutschland sind besser geworden. Mehrere Bundesländer haben Lockerungen in der Coronakrise angekündigt.

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Wochenlang mussten der Tourismus und das Gastgewerbe in Deutschland wegen der Corona-Krise in den Startlöchern verharren. Doch nun können sich Reisende wieder auf Urlaub an den deutschen Küsten freuen - die Landesregierungen im Norden kündigten Lockerungen zu Pfingsten an. Auch Urlaub in Bayern ist wieder in Aussicht.

Hotels öffnen Ende Mai für Gäste

Ab dem 18. Mai stehen die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern für Einheimische bereit. "Ab dem 25. Mai werden wir auch für Gäste aus anderen Bundesländern öffnen", sagte Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern, am Dienstag. Der Infektionsschutz sei weiter wichtig, es gelte zunächst eine Kapazitätsgrenze von 60 Prozent.

In Niedersachsen dürfen ab dem 25. Mai Hotels, Pensionen und Jugendherbergen touristisch genutzt werden. Das Ziel sei aber, die Gästezahl zu reduzieren, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Für Übernachtungsangebote gilt eine Wiederbelegungsfrist von mindestens sieben Tagen. Das bedeutet, dass ein Hotelzimmer oder eine Unterkunft frühestens nach sieben Tagen wieder neu vergeben werden darf.

Hotels in Bayern dürfen ab dem 30. Mai wieder Touristen beherbergen. "Allerdings ohne Sauna, ohne Wellness, ohne Schwimmbäder, mit strengen hygienischen Konzepten", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Gaststätten eröffnen mit strickten Regeln

In Bayern sollen Gaststätten bis Ende Mai schrittweise wieder öffnen: Mit entsprechenden Abstandsregelungen dürfen Restaurants ihre Außenbereiche am 18. Mai wieder öffnen. Auch Biergarten dürfen mit genügend Abstand zum nächsten Gast somit bald wieder besucht werden - allerdings sollen sie laut Söder nur bis 20 Uhr geöffnet sein. Die Innenräume der Speiselokale sollen eine Woche später am 25. Mai folgen, dabei soll es vermehrt Einzeltische geben. Auch gesonderte Familienbereiche seien denkbar, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Für die Gastronomie gelten nach Auskunft des Präsidenten des Dehoga-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, klare Regeln. Die Gaststätten dürfen von Samstag (9. Mai) an zwischen 6:00 und 21:00 Uhr öffnen. Auch hier besteht die 60-Prozent-Regel. Es müsse reserviert werden, um bei Infektionsfällen die Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten. An den Tischen dürften sechs Personen sitzen, ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen fremden Personen sei einzuhalten. Das Servicepersonal müsse einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Gäste nicht.

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In Niedersachsen können Restaurants, Gaststätten, Cafés oder Biergärten vom 11. Mai ebenfalls unter Auflagen wieder öffnen. Auch Restaurants können nur die Hälfte ihrer sonst üblichen Plätze vergeben, zudem gilt eine Reservierungspflicht, die Kontaktdaten der Kunden müssen erfasst werden.

Weimar erlaubt es den Gastwirten wieder, Gäste im Freien zu bewirten. Von 6. Mai an können Bar-, Restaurant- und Kneipenbesitzer Tische mit Stühlen und Stehtische im Freien aufstellen, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Auch Verkaufswagen und -stände sind auf den größeren Plätzen erlaubt. Speisen und Getränke müssen von den Gästen in Selbstbedienung abgeholt werden, eine Bedienung am Platz sei wegen der geltenden Corona-Bestimmungen noch nicht möglich.

Campingplätze könnten noch etwas von der Saison retten

Bei den rund 200 Campingplätzen in Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Verbandssprecher Gerd Scharmberg keine 60-Prozent-Quote. Dafür müssten genügend große Abstände zwischen den Wohnwagen, Mobilen oder Zelten eingehalten werden. Die sanitären Anlagen seien so auszurüsten, dass alle hygienischen Erfordernisse zur Bekämpfung des Coronavirus erfüllt werden.

In Niedersachsen dürfen Dauercamper von Donnerstag an wieder auf ihren angestammten Platz. Andere Camping- und Wohnmobilstellplätze können vom 11. Mai an unter Auflagen wieder öffnen.

Die jüngsten Entscheidungen der Landesregierungen im Norden geben auch den Unternehmern die Hoffnung, dass von der Saison 2020 noch ein bisschen zu retten ist.

So freut sich beispielsweise der Vorstand des Tourismusverbands Niedersachsen, Sven Ambrosy: "Am Ende des Tages ist es auch gar nicht so entscheidend, ob etwas am 11. Mai, am 25. oder einem anderen Tag passiert." Das Entscheidende sei die Perspektive. "Wir haben es uns verdient, dass wir unsere Tourismuswirtschaft nun langsam wieder hochfahren", sagte sein Kollege in Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Waldmüller. (Helen Hoffmann/Linda Vogt/Joachim Mangler/dpa/ash)