Nach der Auto-Attacke auf Soldaten bei Paris sprechen die bisherigen Ermittlungen für ein terroristisches Motiv. Die ersten Ergebnisse belegten nach Angaben des Pariser Staatsanwalts François Molins ein Interesse des Täters an islamistischen Terrororganisationen.

Möglicherweise habe der vor zwei Wochen festgenommene 36-jährige Algerier auch die Absicht gehabt, ins Bürgerkriegsland Syrien zu reisen, sagte Molins am Mittwoch.

Die Staatsanwaltschaft leitete nun auch förmliche Ermittlungen wegen versuchten Mordes an Amtspersonen in Verbindung mit einem Terrorvorhaben ein.

Sie liegen nun in der Hand von Ermittlungsrichtern. Der Mann war am 9. August im Pariser Vorort Levallois-Perret mit einem Auto in eine Gruppe Soldaten gerast und hatte sechs Militärs verletzt.

Verfolgungsjagd quer durch Frankreich

Nach mehrstündiger Flucht stoppte die Polizei den Terrorverdächtigen auf einer Autobahn in Nordfrankreich, dabei wurde er verletzt. Er werde voraussichtlich erst in einigen Tagen oder Wochen vernehmungsfähig sein, sagte Molins.

Die Auswertung des Handys des Angreifers habe gezeigt, dass dieser in den vergangenen Monaten im Internet nach Informationen zu einem Visum für die Türkei, einem Flug nach Istanbul und zur syrischen Stadt Idlib gesucht habe.

Auf einem weiteren Telefon in seiner Wohnung seien etwa ein Dutzend Bilder im Zusammenhang mit dem Terrornetzwerk Islamischer Staat gefunden worden.

Das Interesse an islamistischen Organisationen scheine eher jüngeren Datums zu sein, sei aber unbestreitbar, so Molins.

In Paris gibt es mitten in der Touristensaison wieder Terroralarm. Besucher der Hauptstadt retten sich in die Kathedrale Notre-Dame.


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