Die Wahrheit über Gummi, Pille & Co. - Das sind die größten Verhütungsmythen

Von
Jasmin Herzog

"Ich passe auf". Die Pille ist sicher. Stillende können nicht wieder schwanger werden ... Zum Thema Verhütung gibt es jede Menge Mythen und Meinungen. Doch welche stimmen und welche sind einfach nur abstrus?

Wer keinen Nachwuchs plant, sollte jetzt ganz besonders gut aufpassen: In dieser Galerie klären wir über die populärsten Missverständnisse in Sachen Verhütung auf.
Wer zwei Kondome übereinanderzieht, um auf Nummer sicher zu gehen, erhöht das Risiko sogar: Durch die stärkere Reibung kann der Gummi schneller reißen.
Die Wahrscheinlichkeit, während der Monatsblutung schwanger zu werden, ist zwar gering, aber es ist nicht unmöglich. Der Zyklus muss sich nur um ein paar Tage nach vorne verschieben und schon kann der Eisprung nah an der Periode liegen. Da Spermien mehrere Tage überlebensfähig sind, kann es also zur Befruchtung kommen.
Immer noch ganz weit vorne bei den Mythen ist der Satz "Ich pass' schon auf" - verbunden mit der Hoffnung, beim unterbrochenen Beischlaf (Coitus interruptus) schnell genug zu sein. Aber neben der Herausforderung des perfekten Timings ist es auch wichtig zu wissen: Bereits vor dem männlichen Höhepunkt kann Samenflüssigkeit in die Scheide gelangen.
Einmal ist kein Mal? Dieser Spruch gilt nicht für Sex. Jungfräulichkeit ist kein Verhütungsmittel. Egal, ob es das erste oder das 101. Mal ist: Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ändert sich nicht.
Spermien mögen tatsächlich keine Wärme und können in sehr heißem Wasser abgetötet werden. Doch das Risiko ist hoch, dass es unter den rund 400 Millionen Spermien pro Samenerguss dennoch unzählige gibt, die hitzebeständige, gute Schwimmer sind.
Das Schwangerschaftsrisiko ist zwar gering, aber selbst die Anti-Baby-Pille bietet keine hundertprozentige Sicherheit. Der Pearl-Index, der als Gradmesser für die Sicherheit einer Verhütungsmethode gilt, stuft die Pille mit 0,2 ein: Von 1.000 Frauen, die sie korrekt anwenden, werden zwei pro Jahr schwanger.
Die "Pille danach" als reguläres Verhütungsmittel zu betrachten, ist eine schlechte Idee: Sie sollte nur in absoluten Notfällen eingesetzt werden. Sie muss innerhalb von 72 Stunden nach der Verhütungspanne eingenommen werden und hat zahlreiche Nebenwirkungen. Zudem gibt es keine absolute Sicherheit, dass die chemische Keule auch wirklich eine Schwangerschaft verhindert.
Auch wenn ein Tampon fest im Scheideninneren sitzt, bildet er keine Barriere für Spermien. Im Gegenteil: Der Schwangerschaftsschutz durch einen Tampon liegt exakt bei null Prozent. Es kann außerdem zu Schmerzen und Verletzungen kommen, wenn man mit eingeführtem Tampon Sex hat.
Eine Mutter, die ihr Kind stillt und deren Periode noch nicht wieder eingesetzt hat, ist tatsächlich relativ geschützt. Der Grund dafür sind die Hormone. Aber schon längere Stillpausen tagsüber können dazu führen, dass diese Art der Verhütung (die sogar einen eigenen Namen hat: Laktationsamenorrhö-Methode LAM) zunehmend zum Glücksspiel wird.
Bis in die 1950er-Jahre hinein hielt sich das Gerücht, dass das Zuckerwasser als Scheidenspülung zweckentfremdet werden kann, um Spermien abzutöten. Das ist natürlich Quatsch.