Wer heute zum Arzt geht, muss sich möglicherweise auf längere Wartezeiten einstellen: Arzthelferinnen und -helfer legen ihre Arbeit nieder. Patienten sollten sich auf Verzögerungen bei den Abläufen und längere Wartezeiten einstellen.

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Arzthelferinnen und -helfer sollen heute (8. Februar) streiken. Erstmals in seiner Geschichte hat der Verband medizinischer Fachberufe (vmf) die bundesweit 330.000 Medizinischen Fachangestellten (MFA) in der ambulanten Patientenversorgung aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Zu mehreren geplanten Kundgebungen in Berlin, Dortmund, Hamburg, Marburg, Nürnberg und Stuttgart hatten sich bereits zu Wochenanfang mehr als 1.000 Teilnehmer aus allen Bundesländern angemeldet.

Patienten sollten sich auf längere Wartezeiten einstellen

Weil nur ein kleiner Teil der Angestellten gewerkschaftlich organisiert sei und es zudem für Mitarbeiter in kleinen Betrieben wie Arztpraxen oft schwierig sei, ihr Streikrecht durchzusetzen, sei nicht absehbar, wie groß die Beteiligung werde, sagte eine Sprecherin des Verbands. Zudem fehlten Erfahrungswerte.

In betroffenen Praxen sei jedoch mit erheblichen Verzögerungen bei den Abläufen und längeren Wartezeiten zu rechnen. "Manche Behandlungen können dann auch gar nicht durchgeführt werden", sagte die Sprecherin. Einige Arztpraxen sollen aus Solidarität auch ganz geschlossen bleiben.

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Streik in Arztpraxen: Bessere Arbeitsbedingungen gefordert

Zu den Arbeitsbereichen gehören neben Anmeldung und Terminvergabe auch die Assistenz bei Untersuchungen, Behandlungen und chirurgischen Eingriffen. Die MFA sind den Angaben nach außerdem zuständig für Dokumentation, Hygienemaßnahmen, Praxismanagement und Abrechnungen.

"Wenn MFA streiken, werden die Auswirkungen also unmittelbar zu spüren sein. Aber nur so gelingt es uns, die Arbeitsbedingungen für die Berufsangehörigen zu verbessern", wird vmf-Präsidentin Hannelore König in einer Mitteilung zitiert. Patientinnen und Patienten werden um Verständnis gebeten. (dpa/sbi)

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