Schnupfen, Husten oder Grippe hat vermutlich jeder Mensch in seiner Krankenakte stehen. Doch es gibt jede Menge Krankheiten, die Ihr Hausarzt nicht jeden Tag behandeln muss. Denn wer hätte gedacht, dass man auch ohne Alkohol betrunken sein und durch Paris krank werden kann?

Der 29. Februar steht ziemlich selten im Kalender. Da erscheint es treffend, dass 2016 ausgerechnet an diesem Schalttag der "Tag der seltenen Krankheiten" ist. Wir zeigen Ihnen die skurrilsten Leiden der Menschheit.

Per Eigenbrau-Syndrom zum Vollsuff

Diese Krankheit klingt durchaus amüsant und nach einer günstigen Alternative zur Kneipe. Doch die Betroffenen leiden stark unter der Fehlfunktion der Verdauung beim Eigenbrau-Syndrom: Zugefügte Kohlenhydrate zersetzt der Körper in Alkohol.

Die Patienten werden von normalen Mahlzeiten betrunken, eine Scheibe Brot entspricht prozenttechnisch etwa einem Glas Wein. Das Problem: Isst man fünf Scheiben, trinkt man gewissermaßen fünf Gläser und so weiter.

Nicht selten landen die Betroffenen mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus, ohne Bier, Schnaps & Co. überhaupt angefasst zu haben.
Schuld an der eingebauten Brauerei im Körper ist eine zu hohe Anzahl an Hefepilzen im Dünndarm. Heilbar ist die Krankheit nicht, die Betroffenen müssen ihre Ernährung umstellen und weitestgehend auf Kohlenhydrate verzichten.

Das Paris-Syndrom

Paris ist eine schöne Stadt, in die Touristen von weit her anreisen. Ihr guter Ruf eilt der Stadt der Liebe voraus, die Erwartungen an die französische Metropole sind oft hoch – für manche zu hoch. Denn bei all der Romantik: Mal mieft Paris, mal ist Paris hektisch und mal ist Paris unfreundlich. Und genau deshalb macht Paris manchmal sogar krank. Schließlich ist die Hauptstadt nicht nur eine riesengroße Kulisse wie in "Die fabelhafte Welt der Amélie", es herrscht auch großstadtübliche Obdachlosigkeit und Kriminalität.

Und das scheint, interessanterweise nur Japaner, so sehr zu schockieren, dass sie beginnen unter anderem an Wahnzuständen, Halluzinationen und Verfolgungswahn zu leiden. Die Symptome sind vielfältig: Mal traut sich ein Betroffener nicht aus dem Hotel, mal hält sich einer für König Louis XIV. Bis zu hundert Japaner leiden pro Jahr unter der Erkrankung, die japanische Botschaft hat für sie eine extra Hotline eingerichtet.

Broken-Heart-Syndrom

Wer in Paris bleibt und nicht vorzeitig abreisen muss, dem kann unter Umständen das Broken-Heart-Syndrom zu schaffen machen. Der Name macht schon deutlich: Es geht um Liebeskummer und Herzschmerz. Die können bei manchen Menschen so fatal sein, dass der Herzmuskel unter Funktionsstörungen leidet.

Die Symptome sind sogar so heftig, dass selbst Ärzte sie nicht von einem Herzinfarkt unterscheiden können – im schlimmsten Fall mit tödlichen Folgen. Doch erst mal keine Sorge: Das Broken-Heart-Syndrom ist normalerweise heilbar und nach wenigen Wochen ist die volle Funktion des Herzens wieder hergestellt.

Das Pica-Syndrom

Haben Sie manchmal Lust auf Pommes mit Marmelade? Dann werden Ihnen Ihre Freunde vermutlich unterstellen, Sie seien schwanger und hätten deshalb seltsame Gelüste. Letztere haben auch Betroffene des Pica-Syndroms: Die psychische Störung sorgt dafür, dass man eine schier unbändige Lust auf wirklich ungenießbare Dinge wie Seife oder Holz bekommt.

Fregoli und Capgras verwirren die Menschen

Menschen, die unter dem Capgras-Syndrom leiden, bilden sich ein, man hätte ihnen nahestehende Personen durch Doppelgänger ersetzt. Sie allein seinen noch "echt". Eine grausame Vorstellung, die Betroffene des Fregoli-Syndroms sehr gut nachvollziehen können: Sie glauben aufgrund einer psychischen Störung fest daran, dass Menschen in ihrem Umfeld sich wie durch Magie in andere Menschen verwandelt haben und ihnen deshalb als die "falsche" Person gegenübertreten.

Das Alice-im-Wunderland-Syndrom

Kinderbuchautor Lewis Carroll soll in seinem berühmten Werk "Alice im Wunderland" einige Erfahrungen verarbeitet haben, bei denen Halluzinationen eine große Rolle gespielt haben sollen. Das könnte der Grund dafür sein, dass Alice im Buch mal auf Ameisengröße schrumpft oder zur Riesin mutiert.

Was als Geschichte lustig klingt, sorgt im echten Leben durchaus für Probleme. Denn tatsächlich gibt es Menschen, die unter dem "Alice-im-Wunderland-Syndrom" leiden. Sie nehmen ihre Umwelt aufgrund eines epileptisches Anfalls oder Migräne verändert wahr und fantasieren infolgedessen. Gegenstände erscheinen vergrößert oder verkleinert, die Empfindungen des Betroffenen sind schwer gestört.