Das Coronavirus bereitet vielen Sorge, die Grippe hat Hochsaison, das Norovirus grassiert: Sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen, ist jetzt ganz besonders wichtig. Am besten schützen Sie sich, indem Sie diese häufigen Fehler vermeiden.

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Sie sind die häufigsten Überträger von Krankheiten: unsere Hände. "Wenn etwa ein Grippe-Patient in die Hand niest, haften die Viren im Anschluss an der Handfläche. Gibt der Erkrankte einem anderen Menschen die Hand, können die Viren weiterwandern", erklärt Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Vorsicht: Krankheit kann ansteckend sein, bevor Symptome auftreten.

Ein Handschlag ist nicht der einzige Weg zur Infektion: Die Erreger können auch auf Haltegriffen in der U-Bahn, auf Touchscreens oder an Türklinken lauern - die wir alle mit unseren Händen berühren.

Die richtige Handhygiene ist deshalb neben einer Grippeschutzimpfung die bestmögliche Art, sich vor Krankheiten zu schützen. Häufige Fehler können diesen Schutz aber mindern oder schlecht für die Haut sein:

Fehler Nummer 1: Hände zu kurz waschen

Ein häufiger Irrtum: Es reiche, sich die Hände regelmäßig kurz und dafür schön heiß zu waschen. Die Temperatur spielt keine Rolle - wählen Sie sie so, dass sie Ihnen angenehmen ist. Wichtig ist die Dauer: 20 bis 30 Sekunden. Heidrun Thaiss von der BZgA rät:

  • "Summen Sie zweimal das Happy-Birthday-Lied, dann liegen Sie in etwa richtig."

Fehler Nummer 2: Ohne Seife waschen

Es ist zwar immer noch besser, sich die Hände nur mit Wasser zu waschen als gar nicht, sofern keine Seife vorhanden ist. Aber: Mit Seife ist es deutlich wirksamer: "Sie löst Fettstoffe von der Haut, in denen die Keime anhaften", sagt Volkhard Kempf, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Frankfurt.

Fehler Nummer 3: Nicht gründlich genug

Einmal schön die Handflächen mit Seife einzurubbeln, reicht nicht. Wichtig ist laut BZgA, die Hände rundum einzuseifen, also:

  • Handinnenflächen, Handrücken, Daumen, Fingerzwischenräume und Fingerspitzen.

Danach gilt es, die Hände unter fließendem Wasser gründlich abzuspülen.

Fehler Nummer 4: Die falsche Seife

Häufiges Waschen mit Seife kann neue Probleme mit sich bringen: trockene, juckende oder schuppende Haut. "Wasser und Seife greifen die natürliche Hautbarriere an", erklärt Prof. Philipp Babilas, Dermatologe im Hautzentrum Regensburg.

Um das zu verhindern, sollte man sich mit einer PH-neutralen Flüssigseife die Hände waschen. Für besonders empfindliche Haut gebe es spezielle Seifen mit rückfettenden Substanzen.

"Leiden Patienten unter starken Hautproblemen aufgrund von Wasser und Seife, empfehle ich in Einzelfällen auch ein rückfettendes Desinfektionsmittel aus der Apotheke, das sich wie ein leichter Fettfilm auf die Haut legt", sagt Babilas. "Ein solches Desinfektionsmittel ist für die Haut verträglicher als wiederholtes Händewaschen."

Wer möchte, kann auch feste Seife verwenden, die weniger Müll verursacht. Unhygienischer als Flüssigseife sei feste Seife nicht, sagt Ernst Tabori, Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene.

Keime auf Pumpe der Flüssigseife

Für den häuslichen Einsatz ist feste Seife damit nicht unhygienischer als Flüssigseife: Bei ihr können sich Keime zwar nicht auf der Seife selbst, aber dafür auf dem Pumpmechanismus sammeln.

Fehler Nummer 5: Nur nach der Toilette waschen

Müsste man sich dann nicht eigentlich permanent die Hände waschen? "Nein, das ist alltagsfern und auch nicht nötig", sagt Kempf.

Doch gibt es viele Situationen im Alltag, bei denen Händewaschen ein Muss ist. Die Seite Infektionsschutz.de listet etwa diese auf:

  • Nach dem Toilettengang
  • Vor und nach dem Kochen (besonders, wenn rohes Fleisch verarbeitet wurde)
  • Vor dem Essen
  • Gleich nach dem Heimkehren
  • Nach dem Windelwechseln
  • Vor und nach dem Kontakt mit Kranken und der Behandlung von Wunden
  • Nach Kontakt mit Tieren, Abfällen und Tierfutter
  • Nach dem Training (Fitnessstudios sind ein beliebter Aufenthaltsort für Erreger von Krankheiten!)
  • Nach dem Naseputzen (Niesen und Husten am besten nur in die Armbeuge und nicht in die Hand!)

Fehler Nummer 6: Nicht richtig abtrocknen

Viele waschen sich zwar die Hände ausgiebig, trocknen sie aber nicht richtig ab. Das ist laut Thaiss von der BZgA problematisch, denn in einer feuchten Umgebung können sich Mikroorganismen besser halten und vermehren.

  • Tipp: Die Hände nach dem Waschen zügig abtrocknen, auch in den Fingerzwischenräumen.

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Durch die Reibung mit dem Handtuch würden zusätzlich Keime entfernt, die noch an den Händen oder im restlichen Wasser haften.

Fehler Nummer 7: Kein Handtuchwechsel

Das ordentlichste Waschen bringt nichts, wenn die Hände danach im schmuddeligen Handtuch landen. "Auch darin können sich Erreger verstecken", sagt Kempf. Es gilt:

  • Handtücher regelmäßig austauschen - ganz besonders, wenn mehrere Personen in einem Haushalt wohnen.

Fehler Nummer 8: Unnötiges Desinfizieren

Der alltägliche Gebrauch eines Desinfektionsmittels greift die Haut an und ist im privaten Umfeld auch nicht notwendig, sagt Thaiss. "Sinnvoll ist es nur, wenn beispielsweise Familienmitglieder an Infektionen mit Bakterien wie Salmonellen erkranken, mit multiresistenten Erregern besiedelt sind oder an hochansteckenden Erkrankungen wie dem Norovirus leiden."

Wer diese Tipps beachtet, kann gelassen bleiben. Händewaschen ist wichtig, ohne Frage – es sollte den Alltag aber nicht bestimmen. Volkhard Kempf: "Ein vernünftiges Maß der persönlichen Hygiene ohne den Gebrauch von Desinfektionsmitteln ist besser als zwanghafte Übertreibung." (af)

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  • Infektionsschutz.de