Alleskönner Kamille: Das sollten Sie über die Heilpflanze wissen

Sie beruhigt unsere Nerven, wirkt entzündungshemmend, hilft bei Schnupfen und Magen-Darm-Krankheiten: die Kamille. Erfahren Sie mehr über die Wirkung der beliebten Heilpflanze.

Sicherlich haben auch Sie schon einmal Muttis Tipp befolgt und einen Kamillentee getrunken, um den Magen oder die Nerven zu beruhigen. Die Anwendungsbereiche der Kamille sind äußerst vielfältig, sie sollte daher in keiner Hausapotheke fehlen.
Kamille wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, wundheilungsfördernd, entblähend, krampflösend und beruhigend - sie ist eben ein echter Allrounder. Am besten kaufen Sie Kamillentee in der Apotheke mit garantierter Wirkstoffmenge. Teebeutel aus dem Supermarkt sind meist wirkungslos.
Die entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung von Kamille können Sie äußerlich und innerlich einsetzen. Sie leistet beispielsweise sehr gute Dienste bei Zahnfleischentzündungen. Entweder trinken Sie einen lauwarmen Kamillenaufguss oder verwenden ihn zum Spülen und Gurgeln. Auch nach Zahn-OPs kann Kamillentee vor Bakterien schützen.
Bei Entzündungen auf der Haut kann Kamille äußerlich angewendet werden. Sie unterstützt die Heilung der Haut bei Sonnenbrand oder wirkt als Gesichtswasser aufgetragen gegen Akne und Ekzeme. Die antibakterielle Wirkung der Heilpflanze kann beispielsweise auch zum Desinfizieren von kleineren Wunden genutzt werden.
Entzündungen im Intimbereich können Sie in einem Sitzbad mit Kamille bekämpfen. Auch bei Blasenentzündungen hilft diese Methode. Dafür kochen Sie circa zehn Esslöffel Kamille mit einem halben Liter Wasser auf. Lassen Sie die Mischung zehn Minuten ziehen und geben Sie den Sud dann ins Badewasser. Bleiben Sie etwa 15 Minuten in der Badewanne sitzen, das Wasser sollte um die 40 Grad warm sein.
Ein Kamillenbad kann auch bei Erkältungskrankheiten helfen, da Sie die wohltuenden Dämpfe der Heilpflanze einatmen. Klassisches Inhalieren über einem Topf funktioniert natürlich ebenfalls und kann Schnupfen lindern sowie Schleim lösen.
Die innere Anwendung von Kamille kommt bei Entzündungen des Magen-Darm-Traktes zum Einsatz. Gerade bei akuten Schmerzen und Krämpfen kann eine Tasse Kamillentee den Magen beruhigen.
Kamille hilft auch bei Blähbauch und Völlegefühl. Frauen profitieren bei Menstruationsbeschwerden von der heilsamen Wirkung: Eine Tasse Kamillentee kann Krämpfe lösen und gleichzeitig für Entspannung sorgen.
Nicht nur bei körperlichen Leiden kann die vielseitige Heilpflanze praktisch sein. Das Hausmittel kann sogar bei psychischen Beschwerden wie innerer Unruhe, Schlafstörungen und Ängsten helfen. Die in der Kamille enthaltenen Flavonoide wie Apigenin sind für die beruhigende Wirkung verantwortlich. Dieser Inhaltsstoff bindet Benzodiazepin-Rezeptoren im zentralen Nervensystem, was die Nervenzellen beruhigt und das Einschlafen fördert.
Die schlaffördernde Wirkung ist gleichzeitig auch eine Nebenwirkung. Trinken Sie also möglichst keinen starken Kamillentee vor dem Autofahren - außer Sie sitzen auf dem Beifahrersitz ...
Früher wurde Kamille oft für die Heilung von entzündeten Augen verwendet, wobei genau das Gegenteil der erwünschten Wirkung eintreten kann. Die feinen Härchen, die beim Aufbrühen ins Wasser abgegeben werden, können Reizungen und allergische Reaktionen an den Augen auslösen, wenn sie damit in Kontakt kommen. Vor allem, wenn Sie gegen Korbblütler allergisch sind, sollten Sie generell die Finger von Kamille lassen.