Alice Schwarzer hat sich in der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger" zu ihrer Steuerschuld geäußert. Die Frauenrechtlerin sagte, dass ein Vergleich zum verurteilten Steuersünder und ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hinke: "Der spielt in einer ganz anderen Liga, da geht es um 28 Millionen Euro Steuerschulden." Schwarzer selbst schulde dem Fiskus noch 86.000 Euro.

Erstmals seit über einem halben Jahr ist Alice Schwarzer wieder in einer TV-Sendung aufgetreten. Am 2. Februar dieses Jahres wurde bekannt, dass die "Emma"-Herausgeberin seit Jahrzehnten ein Konto in der Schweiz hat, auf dem sie die erhaltenen Zinsen in Deutschland nicht versteuert hatte. Daraufhin erstattete Schwarzer Selbstanzeige und zahlte 200.000 Euro nach.

Auf die Frage von Moderatorin Sandra Maischberger, warum sie Steuern hinterzogen habe, antwortete Schwarzer: "Ganz ehrlich, das frage ich mich mittlerweile selbst. Die Folgen stehen in keinem Verhältnis." Sie bedauere ihr Verhalten sehr und riet jedem Menschen, "seine Steuern ordentlich zu zahlen."

Ihr Konto habe sie in den 1980er Jahren eingerichtet "und es dann einfach treiben lassen". Auf die Frage, wie es zur Selbstanzeige kam, sagte Schwarzer: "Es ist mir immer klarer geworden, dass das unhaltbar ist und dass ich das grundsätzlich regeln muss."

Auch zu Uli Hoeneß, der wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, äußerte sich Schwarzer. Hoeneß tue ihr zwar leid, doch er "spielt in einer ganz anderen Liga." Der Vergleich mit ihm hinke nach Meinung Schwarzers, schließlich habe Hoeneß 28 Millionen Euro Steuerschulden gehabt. Schwarzer selbst hatte mit ihrer Selbstanzeige prophylaktisch 200.000 Euro gezahlt und schulde dem Finanzsamt noch 86.000 Euro. (tfr)

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Bilder aus der JVA Landsberg

Hier muss Hoeneß seine Gefängnisstrafe absitzen. Bilder aus der JVA Landsberg.