Von "Indiana Jones" bis "Monkey Island" - eine Auswahl der besten Adventures aller Zeiten

Sie sind nicht so spektakulär wie Shooter, drehen nicht wie Rollenspiele an der Belohnungsspirale - und einen Highscore gibt es auch nicht zu knacken. Dennoch oder gerade deshalb erfreuen sich Adventures großer Beliebtheit, vor allem im deutschsprachigen Raum. Das Genre zeichnet sich durch eine packende Story, Knobelaufgaben und witzige Dialoge aus. Ein paar der besten Vertreter finden Sie in der Galerie.

Ron Gilberts Abenteuer-Klassiker "Maniac Mansion" (1987) war in vielerlei Hinsicht ein Vorreiter. Für das Genre im Allgemeinen aufgrund seines revolutionär-intuitiven Mouse-Interfaces. Für Hersteller LucasArts im Speziellen, weil auf Basis der sogenannten "SCUMM"-Engine noch viele weitere Hits entstehen sollten - von "Indiana Jones" über "Monkey Island" bis hin zu "Loom".
Ebenfalls kultig: Zum Einstieg wählte man bei "Maniac Mansion" aus einem halben Dutzend Charaktere zwei Begleiter für Dave, der seine Freundin sucht. Entsprechend anders gestalten sich die Lösungswege.
Die Macher erlaubten sich in späteren Titeln zahlreiche Running Gags - wie etwa das fehlende Kettensägen-Benzin aus "Maniac Mansion" - wieder aufzugreifen. Im Nachfolger "Day of the Tentacle" war das Adventure zudem als Easter Egg verborgen.
"Zak McKracken" trieb viele Spieler zur Verzweiflung - und das mit voller Absicht! Der Schwierigkeitsgrad des 1988 veröffentlichten Adventures rund um den titelgebenden Klatsch-Reporter, der gegen eine von Aliens ausgelöste Verblödungs-Katastrophe ankämpfte, war so hoch angesiedelt, weil Hersteller LucasFilm mit Lösungsbüchern eine lukrative Nebeneinnahmequelle erschließen wollte.
Obwohl oder gerade weil es so bockschwer war, ging "Zak McKracken and the Alien Mindbenders" schnell in die Games-Historie ein. 2008 veröffentlichten Fans die kostenlose Fortsetzung "Between Time and Space", die 20 Jahre später angesiedelt ist und sogar mit prominenten Synchronsprechern aufwarten konnte!
Für viele Fans gelten die ersten beiden Teile der "Monkey Island"-Reihe als Heiliger Gral des Adventure-Genres und der Möchtegern-Pirat Guybrush Threepwood als Ikone des Slapsticks und abstrusen Humors. Das Original kam 1990 auf den Markt, ein Jahr später folgte bereits die Fortsetzung "Monkey Island 2: LeChuck's Revenge".
Beide "Monkey Island"-Games treten den Beweis an, dass geniales Rätseldesign zeitlos ist. Glück für alle, die die Klassiker inklusive dreiköpfiger Affen, schreiend komischer Beleidigungsduelle, Weitspuckwettbewerben und rachsüchtiger Zombiepiraten bislang verpasst haben: Seit 2010 gibt es Neuauflagen für PC, Xbox und PlayStation.
Bei den Neuauflagen der ersten beiden "Monkey Island"-Teile wurde jedes Hintergrundbild, jede Animation und jede Texttafel neu mit der Hand gezeichnet und auf HD getrimmt.
Wer bei der Suche nach dem Schatz "Big Whoop" und Guybrushs Liebe Elaine in Nostalgie schwelgen möchte, wechselt per Retro-Taste fließend zur Originalversion von "Monkey Island" mit VGA-Grafik, Inventar- und Befehlsleiste.
Schon 1992 - also lange vor der Kino-Schmach "Indiana Jones 4" - sorgte LucasArts mit "The Fate of Atlantis" für eine virtuelle Adventure-Fortsetzung der Filmreihe mit Harrison Ford in der Hauptrolle.
Darin sollte man dem legendären Action-Archäologen helfen, das Geheimnis von Atlantis vor den Nazis zu lüften. Die Folge: eine Tour de Force rund um den Globus, angereichert mit erstklassigen Knobel- und Kombinationsaufgaben, Prügeleien, hunderten handgezeichneten Locations, wunderbarem Soundtrack und jeder Menge Indy-Humor.
Damals recht einmalig: "Indiana Jones and the Fate of Atlantis" bot mehrere Lösungswege - je nach gewählter Spielart.
Ein lilafarbenes Tentakel, das mit seinen Mini-Ärmchen die Weltherrschaft anstrebt - und von drei schrägen Teenies und einem irren Wissenschaftler mit Zeitmaschine aufgehalten werden muss: Das 1993 von LucasArts veröffentlichte Point&Click-Adventure "Day of the Tentacle" gilt bis heute als bester Vertreter seines Genres.
Neben der herrlich albernen Geschichte begeistert Fans vor allem das grandiose, auf mehreren Zeitebenen basierende Rätseldesign. Wer beispielsweise in der Zukunft ein Tentakel-Kostüm benötigt, wechselt zur Figur, die 200 Jahre in der Vergangenheit gelandet ist, und lässt das Design der amerikanischen Flagge entsprechend anpassen. Vereinfacht formuliert.
Glück für alle Nostalgiker: Seit 2016 gibt es eine liebevoll restaurierte HD-Neuauflage von "Day of the Tentacle" für PC, Konsolen und iOS, bei der der Charme des Originals unangetastet blieb. Ohnehin unverwüstlich: Der Humor des Spiels, bei dem einfach jede Pointe sitzt. Kleiner Gag am Rande: Eine Vollversion von Designer Ron Gilberts genreprägendem Vorgänger "Maniac Mansion" ist im Spiel versteckt.
Um einen gestohlenen Bigfoot namens Bruno zurückzuholen, ermitteln sich Hund und Hase einmal quer durch die schrägen Staaten von Amerika. Neben wunderschönen Locations und unfassbar kuriosen Gestalten zeichnete "Sam & Max: Hit the Road" (1993) vor allem eine Besonderheit aus:
Der urkomische Slapstick-Cartoon verzichtete wie seine Vorgänger aus dem LucasArts-Studio auf das Verben-Interface ("Gehe zu", "Benutze X mit Y"), sondern führte einen halbwegs intelligenten Maus-Cursor ein, der die passenden Aktionsmöglichkeiten einblendete.
"Full Throttle" war 1995 einer der letzten, nicht ganz unumstrittenen Titel der Lucas-Arts-Adventure-Ära. Die Action-Einlagen auf den Highways gefielen nicht jedem, die Vermischung von gezeichneten Hintergründen und Figuren mit 3D-Objekten hinterließ jedoch mächtig Eindruck. 22 Jahre später unterzog Erfinder Tim Schafer das eigene Biker-Road-Movie einer Generalüberholung.
Harte Biker und knackige Kopfnüsse: Wie bei den Remaster-Versionen von "Monkey Island", "Grim Fandango" und "Day of the Tentacle" darf der Spieler auch bei "Full Throttle" (dt. "Vollgas") jederzeit zwischen dem Pixel-Original und der neuen, feiner gezeichneten HD-Version im cineastischen 16:9-Format wechseln.
Vor der Blütezeit der LucasArts-Adventures ("Monkey Island", "Day of the Tentacle") dominierte eine andere Firma den Markt: Sierra. Und zwar mit einer Vielzahl von Reihen: "King's Quest", "Police Quest", "Space Quest" (Bild). Ach ja: den geilen alten Bock "Leisure Suit Larry" gab's auch noch.