Aktuell ist der VW ID.4 (siehe Video) das einzige Modell eines ausländischen Herstellers, das sich für die strenge E-Auto-Förderung in den USA qualifiziert. Damit das so bleibt und Volkswagens künftige E-Modelle – auch jene der 2026 reaktivierten Marke Scout (siehe Fotoshow) – auf dem so wichtigen Markt förderfähig sind, stellt der Konzern derzeit strategische Weichen. Die wohl wichtigste ist eine Gigafactory, in der vor Ort die Akkus für die in den USA gebauten und in Nordamerika verkauften Elektro-Modelle gefertigt werden.

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Video: Die Tester: VW ID.4 Pro Performance Max

Was schon länger gemunkelt wurde, steht nun fest: Volkswagen wird diese Batteriefabrik in Kanada errichten. Und zwar in St. Thomas, das in der Provinz Ontario ziemlich genau in der Mitte zwischen Kanadas größter Stadt Toronto und der US-Autometropole Detroit am Eriesee liegt. Der Konzern investiert in seine erste Zellfertigung in Übersee bis 2030 etwa sieben Milliarden kanadische Dollar (aktuell umgerechnet ungefähr 4,8 Milliarden Euro). Die Grundsteinlegung auf dem 150 Hektar großen Gelände erfolgt 2024, drei Jahre später soll die Fabrik ihren Betrieb aufnehmen.

90 GWh Gesamtkapazität

Betreiber der Gigafactory ist das konzerneigene Batterie-Unternehmen PowerCo SE, das erst im Juli 2022 gegründet wurde. Ist die finale Ausbaustufe erreicht, soll das Werk pro Jahr Akkus mit einer Gesamtkapazität von 90 Gigawattstunden (GWh) fertigen, was für etwa eine Million E-Autos reichen soll. In der Fabrik sollen dann etwa 3.000 Menschen beschäftigt sein; hinzu kommen Zehntausende weitere indirekte Arbeitsplätze in der Region. "Das ist ein Gewinn für die Arbeitnehmer, für die Gemeinschaft und für die Wirtschaft", sagte Kanadas Premierminister Justin Trudeau, der bei der Ankündigungs-Veranstaltung anwesend war.

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Volkswagen beziehungsweise PowerCo SE werden in St. Thomas Einheitszellen mit einer neuen Zelltechnologie fertigen. Die dafür benötigten Rohstoffe sollen ebenfalls aus Kanada kommen; so sieht es eine Absichtserklärung vor, die der Volkswagen-Konzern mit Trudeaus Regierung geschlossen hat. Volkswagens Ziel ist es, eine durchgängige Liefer- und Wertschöpfungskette in Nordamerika zu schaffen – von der Rohstoffversorgung bis zum fertigen Elektroauto. Das ist die Voraussetzung dafür, auch in den kommenden Jahren Modelle anbieten zu können, deren Kundinnen und Kunden von der US-E-Auto-Prämie profitieren.  © auto motor und sport

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