Der britische Autobauer Lotus hat sich klar zu einer batterieelektrischen Zukunft bekannt. Bis 2026 plant der Hersteller vier neue Elektroautos – neben zwei SUV und einem Coupé soll auch ein neuer leichter Elektro-Sportwagen kommen, der unter dem Code Type 135 entwickelt wird. Der soll in die Lücke hineinstechen, die die aktuellen Mittelmotormodelle Emira, Exige und Evora hinterlassen werden.

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Lotus doch nicht mit Alpine-Bruder

Ursprünglich sollte der Elektrosportwagen auf einer Plattform aufbauen, die zusammen mit der Renault-Tochter Alpine entwickelt wird. Eine entsprechende Absichtserklärung hatten beide Parteien im Januar 2021 verkündet. Bei Alpine hätte auf dieser Basis der nächste A110 entstehen sollen. Lotus selbst hatte dann im Oktober 2021 bereits erste Eckdaten zur neuen Elektro-Plattform skizziert. Diese Architektur wird die Batterie nicht in den Unterboden stecken, sondern hinter die Fahrerkabine – dort, wo einst der Verbrenner saß. Damit will Lotus eine adäquate Fahrdynamik sicherstellen, zumal der elektrische Lotus-Sportwagen nicht schwerer als der mit Verbrennern bestückte Emira werden soll. Den geben die Briten mit rund 1,4 Tonnen an. Im Mai 2023 bestätigen beide Autobauer, dass das Gemeinschaftsprojekt nicht weitergeführt wird. "Wir haben uns entschieden, die gemeinsame Entwicklung eines Sportwagens für Alpine nicht weiter voranzutreiben. Dies ist eine einvernehmliche beiderseitige Entscheidung, und wir werden weiterhin über andere zukünftige Möglichkeiten diskutieren", so Alpine in einem Statement.

Reichlich Leistung und Esprit-Look

Das neue Lotus-Chassis läuft unter dem Arbeitstitel LEVA (Lightweight Electric Vehicle Architecture) und bietet variable Layouts, verschiedene Radstände sowie skalierbare Batteriegrößen. In der Zweisitzer-Konfiguration für den Sportwagen beträgt der Radstand mindestens 2.470 Millimeter. Die Batterie besteht aus acht Modulen und bietet 66,4 kWh Kapazität, den Antrieb übernimmt ein E-Motor mit 350 kW Leistung (476 PS). In einer zweiten Variante legt der Zweisitzer auf wenigstens 2.650 Millimeter Radstand zu, die Batterie umfasst zwölf Module und bietet 99,6 kWh Kapazität, den Antrieb übernehmen zwei E-Motoren mit zusammen 650 kW Leistung (884 PS). Angetrieben werden immer nur die Hinterräder.

Kommen sollten die Batteriemodule vom Batteriezellenexperten Britishvolt. Eine entsprechende Absichtserklärung hatten beide Partner im Januar 2022 unterschrieben. Mittlerweile ist Britishvolt aber insolvent, die Unternehmenszukunft ungewiss.

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Eine begleitend zur Absichtserklärung veröffentliche Skizze des kommenden Elektro-Sportwagens zeigt eine Silhouette, die an den legendären Esprit erinnert. Die starken ausgeprägten Radläufe an beiden Achsen erinnern dagegen eher an die Design-Sprache der Modelle Evija und Emira. Kommen soll der Lotus EV-Sportwagen 2026. Zu den ersten Kunden rollt er dann ab Anfang 2027 zu Preisen ab rund 90.000 Euro. Damit läuft er eine Zeitlang parallel zum Emira mit Verbrennerantrieb, der planmäßig 2028 ausgemustert werden soll. Vom Elektro-Sportler wollen die Briten jährlich etwa 10.000 bis 15.000 Fahrzeuge absetzen.

Welche eingestellten Lotus-Modelle der EV-Sportwagen beerbt, sehen Sie in der Fotoshow.  © auto motor und sport

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