Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit halten, riskieren bekanntlich ein Bußgeld. Das kann auch bei zu langsamem Fahren passieren. Was Sie übers Mindesttempo wissen sollten.

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Die Straßenverkehrs-Ordnung kennt nicht nur zu schnelles, sondern auch zu langsames Fahren. Genau betrachtet geht es dabei um Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Bauart oder der Zulassungsbestimmungen in ihrer Höchstgeschwindigkeit begrenzt sind.

So darf zum Beispiel ein Mofa nicht schneller als 25 km/h fahren und ein Kleinkraftrad nicht schneller als 45 km/h. So langsam darf man jedoch nicht überall unterwegs sein.

Auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen etwa solle ein zügiger Verkehrsfluss gewährleistet werden, betont Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen.

Bauartbedingt mehr als 60 km/h auf der Autobahn

"Kaum ein Fahrer rechnet bei guter Sicht und freier Strecke mit sehr langsamen Fahrzeugen", erläutert Leser. Deshalb könnten sie zur Gefahr werden: Wer sich mit großem Tempoüberschuss so einem langsamen Fahrzeug nähert, muss unter Umständen eine Gefahrenbremsung einleiten oder riskant ausweichen.

Nachfolgende wären auf solche Manöver nicht gefasst und würden vielleicht noch später reagieren. "Zu vergleichen wäre ein solches Szenario mit dem plötzlichen Auftauchen eines Stauendes", verdeutlicht Leser die Gefahr.

Eine generelle Mindestgeschwindigkeit auf Autobahnen gibt es nicht. Allerdings sind Fahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 60 km/h generell vom Autobahnverkehr ausgeschlossen. Die Regelung trifft vor allem Mofas, Traktoren und sogenannte Leichtkraftfahrzeuge, deren zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 45 km/h begrenzt ist.

Wann ein Mindesttempo vorgeschrieben ist

Es kann aber auch eine Mindestgeschwindigkeit für einen Fahrbahnabschnitt vorgeschrieben sein. Ein rundes hellblaues Schild signalisiert mit weißer Zahl, wie schnell auf dem Abschnitt mindestens gefahren werden muss. Diese Zahl kann laut dem TÜV Thüringen je nach Straßenlage variieren.

Können Fahrzeuge nicht so schnell fahren wie auf den Schildern angegeben, dürfen sie diesen Abschnitt nicht nutzen. Wenn allerdings Straßen-, Verkehrs-, Sicht- oder Wetterverhältnisse es nicht zulassen, ist auch auf solchen Abschnitten ein entsprechend langsameres Tempo geboten.

Die Mindestgeschwindigkeit kann auch für einzelne Fahrstreifen angeordnet sein. Sie wird dann in der Regel auf einer Fahrstreifentafel angezeigt. Ein typisches Beispiel ist laut dem TÜV eine solche Angabe für die linke Fahrspur. Sie weist etwa Lkw-Fahrer an, im entsprechenden Abschnitt nicht zu überholen, wenn sie aufgrund der Ladung zu langsam unterwegs sind. Auch auf Bergstrecken sehe man entsprechende Hinweisschilder.

Bußgeld bei zu geringem Tempo

Aufgehoben werden solche Vorgaben, wenn das hellblaue Schild mit weißer Zahl rot durchgestrichen ist.

Wer sich nicht an die Mindestgeschwindigkeit hält oder ohne triftigen Grund so langsam fährt, dass er den Verkehrsfluss behindert, muss mit einer Verwarnung von 20 Euro rechnen. (af)

Redaktioneller Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass auf der Autobahn im Normalfall ein Mindesttempo gilt. Dies ist nicht der Fall. Tatsächlich darf sie nur von Kraftfahrzeugen benutzt werden, deren durch die Bauart bestimmte Höchstgeschwindigkeit mehr als 60 km/h beträgt.

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • TÜV Thüringen
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