Bester Film aller Zeiten: "Vertigo" verdrängt "Citizen Kane"
Seit 1962 stand zuvor "Citizen Kane" ununterbrochen auf Platz eins der Liste der Fachzeitschrift "Sight and Sound" des britischen Film-Instituts, die nur alle zehn Jahre neu aufgestellt wird.
An der Umfrage, die seit 1952 stattfindet, nahmen nach Angaben des Magazins 864 Filmkritiker und andere Branchenexperten teil. Sie wählten Alfred Hitchcocks Thriller von 1958 mit James Stewart und Kim Novak in den Hauptrollen mit 34 Stimmen Vorsprung auf Platz eins der besten Filme. "Citizen Kane", Orson Welles' Meisterwerk von 1941, schaffte es dieses Mal nur auf Platz zwei. Als Dritter folgt "Tokyo Story" von Ozu Yasujiro (1953). Unter den Top Ten rangiert auch Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey" als Sechster.
"Sight und Sound"-Redakteur Nick James sagte, das Resultat reflektiere Veränderungen in der Kultur von Filmkritiken: "Bei den neuen Filmliebhabern geht es nicht mehr um Filme, die bestrebt sind, große Kunst zu machen, sondern um Werke, die den Kritikern persönlich etwas bedeuten."
Die komplette Top 10
| 1. | Vertigo (1958) |
| 2. | Citizen Kane (1941) |
| 3. | Die Reise nach Tokyo (1953) |
| 4. | Die Spielregel (1939) |
| 5. | Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen (1927) |
| 6. | 2001: Odyssee im Weltraum (1968) |
| 7. | Der schwarze Falke (1956) |
| 8. | Der Mann mit der Kamera (1929) |
| 9. | Die Passion der Jungfrau von Orléans (1928) |
| 10. | Achteinhalb (1963) |
388 Meinungen zu ""Vertigo" bester Film aller Zeiten"
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rollthebones
Mittwoch, 08.05.2013, 08:04 Uhr Bei solchen Statistiken wird es auf ewig einen Konflikt zwischen Kritikern, Filmexperten, Intellektuellen, Filmjournalisten und dem Publikum geben. Große Teile der Kinogänger sind nicht "universelle" Cineasten, d.h. jede Generation hat ihre eigenen Lieblingsfilme, während sich professionelle Filmkritiker, die wirklich ernstzunehmen sind, mit der kompletten Kino-Geschichte beschäftigen müssen. Kritiker und Fans werden sich auch niemals einig werden über "Anspruch", "Unterhaltung" und den "Wertgehalt" eines Films. Intellektuell herausfordernde Filme können für den einen wahnsinnig interessant, für den anderen furchtbar langweilig oder sogar gar nicht zu verstehen sein, Filme, die auf reine Unterhaltung setzen furchtbar flach oder kurzweilig. Darum sagen wahrscheinlich mehrere Umfragen, die man bei diversen Zielgruppen durchführt, mehr aus. Die Wahl des britischen Filminstitutes von "Vertigo" zum "besten Film aller Zeiten" spiegelt - ob man den Film mag oder nicht - für mich eins wieder: Gerade Hitchcock ist es als einem der ganz wenigen Regisseure oft gelungen, Kunst, Kommerz und Anspruch in seinen Filmen zu vereinigen. -
querkopfpaule
Dienstag, 07.08.2012, 17:21 Uhr Gestern abend zum ersten Mal Citizen Kane gesehen. Guter Film, aber nicht umwerfend. Glaube, der Film lebt von seinem grandiosen Text. PS. (Arte) -
JanBratherig
Dienstag, 07.08.2012, 11:26 Uhr http://videos.arte.tv/de/videos/metropolis_vertigo-3688906.html -
FilkFrog
Sonntag, 05.08.2012, 17:21 Uhr Morscertahoraincerta (Seite 53) Was kann man von Faßbinder schon halten - dasselbe wie von einem Sack fauler Fische. Wenn du damit bloss nicht die faulen Fische beleidigst -
querkopfpaule
Sonntag, 05.08.2012, 12:31 Uhr @Jan Danke. War anregend mit Ihnen zu plaudern. Man stelle sich vor, wir wären einer Meinung gewesen, so hätte es zu diesem für mich erfreulichen Austausch nicht kommen können. Ihnen auch einen schönen Sonntag und alles Gute. -
JanBratherig
Sonntag, 05.08.2012, 09:08 Uhr @querkopfpaule "Man kann sich auch zu Tode interpretieren und ein Buch nicht nur verreißen, sondern auch zerreden." Lieber Paul, wenn ich es recht bedenke: Sie haben vollkommen recht. Und wie Sie bereits sagten, letztlich ist es vermutlich so: "Und endlich wollte Schlink auch nur einen Roman schreiben." Man muss dann die Sachen auch mal so stehen lassen können, wie sie aus der Feder flossen und sei es mit letzter Tinte. Sie schrieben auch: "Könnte es nicht auch so sein, dass versucht wird zu zeigen, dass auch solche Menschen nur Menschen waren und manche sich vielleicht subjektiv tatsächlich für unschuldig hielten?" Auch da haben Sie recht. Das Phänomen ist weit verbreitet, dass die meisten sich für unschuldig hielten. Und einigen erst viel später irritierenderweise ihre Schuld aufstieß. Eine Antwort hierauf lieferte Harlad Welzer 2005 mit dem Referenzrahmen, in dem er beschreibt, wie schnell man vom Messdiener zum Massenmörder werden kann. Wie schnell sich dieser verschieben lässt, kann man auch heutzutage in der neoliberalen Praxis der BRD beobachten, siehe z.B. Akzeptanz von HartzIV. In dem Vorleser ist die Antwort hierauf eine Mixtur aus Scham und Unmündigkeit bei Hanna. Referenzrahmen: www.perlentaucher.de/buch/harald-welzer/taeter.html Worauf die Antwort hingegen völlig fehlt: Was macht Widerständigkeit aus? Was muss ein Mensch haben, dass er da nicht mitmacht oder gar Widerstand entwickelt? Was mich am Vorleser beschäftigt ist der Erfolg. Aber das werde ich wohl nie erfahren. Bei Filmen wird der Erfolg ja oft über das Vehikel Star und Werbung hergestellt. Beste Grüße, schönen Sonntag und Sommer War nett so ein einmaliger Ausflug in die Forumswelt. -
GreteM
Samstag, 04.08.2012, 17:49 Uhr Lassen wir's gut sein. Ihnen allen einen schönen Sonntag!
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