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Die Situation der AIDS-Waisen

Wenn die Eltern an AIDS erkranken, beginnt auch für die Kinder ein langer Leidensweg. Durch den qualvollen Tod der Eltern sind viele Kinder traumatisiert. Sie trauern, brauchen Trost und Menschen, die sich liebevoll um sie kümmern. Schon während die Eltern noch leben, verarmen viele Familien, weil sie nicht mehr regelmäßig arbeiten und die Felder bestellen können.

Tägliche Benachteiligung. Allein lebende Waisen haben häufig nicht einmal genug Geld für das Essen. Sie leben sehr isoliert und erhalten kaum Unterstützung. Aber auch wenn Verwandte sie versorgen, sind AIDS-Waisen benachteiligt: Sie erhalten oft weniger zu essen und werden schlechter medizinisch betreut als Kinder, deren Eltern noch leben.

Keine Chance auf Schule. AIDS-Waisen bleiben häufig vom Schulbesuch ausgeschlossen. Meist fehlt es an Geld für Bücher, Hefte oder Schulgebühren. Die meisten Kinder müssen außerdem zu Hause oder auf dem Feld arbeiten oder jüngere Geschwister versorgen.

Gewalt und Ausbeutung. Vor allem Mädchen, die allein leben, sind in Gefahr, sexuell missbraucht zu werden. Für einige ist die Prostitution die einzige Chance zu überleben. Andere AIDS-Waisen landen aus Not auf der Straße oder in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen.

Kein Schutz vor Unrecht. Nach dem Tod der Eltern kommt es immer wieder vor, dass entfernte Verwandte den AIDS-Waisen ihr Elternhaus oder andere Habseligkeiten streitig machen. Schon weil viele Kinder keine offiziellen Papiere besitzen, haben sie kaum Möglichkeiten, zu ihrem Recht zu kommen.

Spielende Kinder

Auch jede noch so kleine Spende hilft Not leidenden Kindern. >

Ein AIDS-Waise hilft anderen. "Ich werde nie vergessen, wie meine Mutter starb", sagt Beque, ein sportlicher Jugendlicher aus Mosambik. Monatelang quälte die Mutter sich mit Tuberkulose, mit Fieber und ständigem Husten. Beque, damals 14 Jahre alt, pflegte sie aufopfernd. Auf dem Sterbebett nahm die Mutter ihrem Sohn das Versprechen ab, sich um die Familie zu kümmern - der Vater war bereits zwei Jahre vorher an den Folgen von AIDS gestorben.

Dann erfuhr Beque, dass auch er HIV-positiv ist. Jetzt hilft der heute 19-Jährige Schicksalsgenossen aus seinem Dorf. UNICEF hat ihm ein Fahrrad zur Verfügung gestellt, mit dem Beque bis in die entlegensten Siedlungen fährt und AIDS-Waisen besucht. "Ich weiß, wie weh es tut, ohne Eltern groß zu werden", sagt Beque. "Deshalb tue ich alles, um diesen Kindern zu helfen."

Ab 10 Euro monatlich - Ihre Hilfe macht Kinder groß. >

Die dreijährige Rosa ist einer von Beques Schützlingen - AIDS raubte auch ihr den Vater. Die Kleine lebt mit ihrer Mutter Margaret und deren sechs jüngeren Geschwistern in einer einfachen Lehmhütte. "Beque hat dafür gesorgt, dass alle Kinder zur Schule gehen können! Allein hätten wir das nie bezahlen können", sagt Margaret. Beque setzt sich auch dafür ein, dass AIDS-Waisen geimpft werden und die wichtigsten Papiere erhalten. Seine Hilfe wird dringend gebraucht - denn die Zahl der AIDS-Waisen wächst in seiner Heimat erschreckend schnell. In der Region ist bereits jeder vierte Erwachsene HIV-positiv.

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