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30.08.2013, 09:22 Uhr

"Promi Big Brother": Nerviges PR-Theater um die Kandidaten

Die Debüt-Ausgabe von "Promi Big Brother" startet in zwei Wochen. Doch das skurrile PR-Theater um die Sat.1-Überwachungsshow geht schon jetzt gewaltig auf die Nerven. Das kuriose Geplänkel um Klopapier-Voting und Kandidaten-Karussell verwirrt die Zuschauer - und auch den Sender selbst.

Von 1&1 Redakteur Christian Schober

"Jetzt geht's um fundamentale Entscheidungen!", kündigte Sat.1 kürzlich auf seiner Webseite vollmundig an. Schließlich hatte der Sender versprochen, die Zuschauer interaktiv bei "Promi Big Brother" einzubeziehen. Und so heißt es im ersten Voting: "Einlagiges oder fünflagiges Toilettenpapier für die Promis? Ihr entscheidet!" Sensation! Endlich mal Programmmacher, die die Bedürfnisse der Zuschauer ernst nehmen und deren Wünsche bei der Gestaltung eines hochklassigen neuen Formats berücksichtigen.

Bewohner sollen sich mit Billig-Rollen quälen

88 Prozent plädieren aktuell übrigens für das einlagige Klopapier. Die Promis sollen es offenbar nicht zu gemütlich haben. Aber wen will Sat.1 eigentlich mit den Billig-Rollen im Container quälen? Tja, die heiß gehandelten Favoriten für den Einzug wechseln stündlich. Seit Monaten dreht sich das Kandidatenkarussell in rasender Geschwindigkeit. Auf angebliche Bestätigungen folgt flugs ein Dementi. So sahen diverse Boulevard-Medien bereits Jörg Kachelmann, Mark Medlock, Annemarie Eilfeld und zuletzt auch Jenny Elvers die Koffer packen, bevor die "Stars" selbst den Gerüchten widersprachen.

Man muss auch davon ausgehen, dass einige der sogenannten Promis sich einfach selbst ins Gespräch brachten, ohne jemals ein Angebot von Sat.1 bekommen zu haben. So eine Gelegenheit für Umsonst-PR kommt nicht alle Tage. Und der Sender selbst hält sich bis zum Start bedeckt – und freut sich über die wilden Medienspekulationen.

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"Promi Big Brother" verspricht, ein Gipfeltreffen deutscher Society-Hochkaräter zu werden. Zwar hat "Superstar" Mark Medlock eine Teilnahme dementiert, doch der Fundus an Ausnahme-Berühmtheiten ist unerschöpflich. >

Wenn wenigstens ein einziger interessanter Name im Gespräch wäre, hätte man vielleicht sogar Spaß an diesem Verwirrspiel. Aber ob nun Ex-Knacki Martin Semmelrogge oder Trash-TV-Dauergast Micaela Schäfer zwei Wochen im Container versauern - wen kümmert’s? Und mal ehrlich: Wenn selbst im Vorfeld nur C-Promis im Gespräch sind, spricht sehr wenig dafür, dass Sat.1 letztendlich ein ansehnliches Line-up zusammenkauft. Da klingt die Ankündigung des Senders "Wir lassen nicht jeden rein" fast schon unfreiwillig komisch. Zu diesem Anspruch passt es auch nicht gerade, dass Sat.1 die potenziellen Teilnehmer laut "Bild" anfangs mit Dumping-Gagen von 5000 Euro locken wollte.

Keine wirklichen Prominenten im Gespräch

Und auch die Zuschauer haben die Hoffnung auf echte Promis im Container offenbar längst aufgegeben, wie man derzeit beim sogenannten "Promi Lotto" auf der Sat.1-Webseite sieht. User können dabei frei in ein Formular eintragen, welche zehn Personen ihrer Einschätzung nach wohl im Container landen. Den besten Tippern winken lauwarme Preise wie eine Reise zum "Big-Brother"-Finale. Seltsam, dass sich unter den Namen kein einziger wirklich ernstzunehmender Promi findet. Stattdessen setzen die meisten Zuschauer aktuell auf ausrangierte C-Prominenz wie Sabrina Setlur und Kader Loth.  

Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn moderieren "Promi Big Brother"

Die Moderatoren stehen fest. Aber wie steht's mit den Kandidaten? >

Die reinste Farce ist auch der "Promi Big Brother Countdown", der ab 9. September schon mal Wind für die Überwachungsshow machen soll. Darin gehen die "Game One"-Moderatoren Nils Bomhoff und Etienne Gardé laut Sat.1 auf "eine ganz besondere Mission. Die beiden gehen jedem Gerücht nach". Der Sender prüft die Spekulationen über seine eigene Sendung? Ein abstruseres Pre-Show-Konzept hat selbst bei den Privaten noch niemand erdacht. Scheint so, als habe Sat.1 nach all dem PR-Vorgeplänkel selbst schon den Überblick verloren, welche abgehalfterten Promis der Sender eigentlich zu sich ins Haus geladen hat.

Alle News vom: 30. August 2013 Zur Übersicht: TV
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