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01.02.2012, 16:25 Uhr

Kommt der Gesichtsscanner ins Fußball-Stadion?

(df/as) - In Fußball-Stadien geht es abseits des Spielfeldes oftmals hoch her. Um bekannte, gewaltbereite "Fans" zukünftig effektiver aus den Arenen zu halten, wird eine neue Technik diskutiert, die die Polizeiarbeit deutlich erleichtern soll.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz Lorenz Caffier regt an, Gesichtsscanner in Fußball-Stadien einzusetzen, um bekannte Hooligans vom Spielbetrieb auszuschließen, wie "Spiegel.de" berichtet. Seiner Meinung nach greifen die Maßnahmen zu den Stadienverboten nicht. Sie machen es der Polizei vor allem bei Auswärtsspielen schwer, aktenkundige Randalierer eindeutig zu identifizieren. Die Datei "Gewalttäter Sport" führt derzeit 13.000 "Chaoten", wie Caffier sie bezeichnet, die man mit der neuen Stadiontechnik abgleichen könne. Sollte ein Hooligan trotz eines Verbotes das Stadion betreten wollen, würde das Gerät anschlagen und die Polizeibeamten zum Einsatz aufrufen. Es werden bereits die Machbarkeit und Umsetzung der Technik überprüft, die dann in einem Pilotprojekt bei Hansa Rostock das erste Mal seine Anwendung finden soll.

Datenschützer und Fans laufen jedoch Sturm gegen diese Neuerung, weil vor allem Unschuldige bei falschen Treffern des Gesichtsscanners betroffen sein könnten. Der von "Spiegel.de" befragte Datenschützer Thilo Weichert ist der Meinung, dass "die Hoffnung, mit Gesichtserkennung Sicherheit in die Fußballstadien zu bekommen, absolut illusorisch ist". Der Berliner Soziologe Gerd Dembowski spricht außerdem von "einem Armutszeugnis für jede Demokratie". Der Deutsche Fußball-Bund äußerte sich bisher noch nicht zu der Debatte.

Im Sommer 2011 war bereits ein erster Feldversuch gescheitert, als Wissenschaftler im Karlsruher Wildpark in drei Heimspielen Testpersonen auf den Rängen via automatischer Kameraerkennung identifizieren wollten. Der Einsatz musste nach wütenden Fanprotesten abgesagt werden.

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12 Meinungen zu "Gesichtsscanner im Stadion?"

  • JollyRoger
    Donnerstag, 02.02.2012, 10:22 Uhr
    dass viele User hier nicht so im Thema drin stecken, kann man ja noch verstehen (auch wenn sie sich eigentlich als Fussball-Fans bezeichnen). Ich bin aber jedesmal erschüttert, mit wie wenig Ahnung vom Leben und von Recht und Gesetz man in dieser Republik politische Ämter bis hin zum Innenminister bekleiden kann. Caffier ist ein Troll, mehr nicht.
  • Gesichtselfmeter
    Donnerstag, 02.02.2012, 10:00 Uhr
    Fußball ist eine Massenveranstaltung, jede Massenveranstaltung birgt ein gewisses Risiko. Auf dem Oktoberfest, bei Rosenmontagsumzügen usw. passiert jedoch prozentual bezogen auf die anwesenden Besucher deutlich mehr. Immerhin hat ein politischer Hinterbänkler die Möglichkeit genutzt, mit diesem geistigen Abseitstor auch mal ein wenig Aufmerksamkeit zu erhaschen
  • genesi
    Donnerstag, 02.02.2012, 09:33 Uhr
    @umbranus, dein beitrag ist leider ein beispiel dafür auf welchem niveau diese diskussion geführt wird. 1. du stellst hier mal die behauptung auf das im fußball milliarden an gehältern gezahlt werden. wieviele milliarden sollen das denn sein? der gesamt etat aller vereine der 1. buli beläuft sich auf 639 millionen. das ist eine menge geld, aber keine milliarden, wie von dir einfach mal behauptet. 2. die von dir aufgeführten 80 mio./ jahr für polizei einsätze stimmen auch nicht die richtige zahl sollte ca. 115 mio. lauten. 3. deine behauptung bzw. vermeintliche feststellung das discobetreiber ihr sicherheitspersonal selbst zahlen müßten, ist leider wieder keine argument für deine these, denn: 1. die vereine in den stadien auch ihr eigenes sicherheitspersonal + ordner beschäfftigen bzw. bezahlen müssen und machen! 2. sollte es, in der von dir aufgeführten disco zu randale kommen, ruft der betreiber auch die polizei, ohne diesen einsatz zu bezahlen! 3. dienen diese polizei einsätz der sicherung der öffentlichen ordnung, genau wie auch bei stadtfesten, faschingsveranstalltungen ( Umzüge) usw. auch, sind also von der öffenlichkeit zu tragen!!! also 6 setzen oder das nächste mal, erst denken dann schreiben!!!
  • MrSpybat
    Donnerstag, 02.02.2012, 08:57 Uhr
    lorenz caffier ist als minister in meckpomm für inneres und sport zuständig. der hat scheinbar nicht besseres zu tun in seinem musterland als diesen schwachsinn in die presse bringen! zum einen gibt es gar kein hooligan-problem in deutschland und zum anderen werden wir doch bei auswärtsspielen schon genug gegängelt und ich weiß wovon ich spreche, fahre schließlich oft genug selber mit. wo geht denn der herr caffier ins stadion? in neubrandenburg oder doch in stralsund, na jedenfalls sicher nicht da, wo zehntausende ins stadion gehen und keine zusätzliches chaos dadurch brauchen, daß alle noch an einem gesichtsscanner (unglaublich) anstehen. alle gruppe c leute sind bekannt, es gibt genug möglichkeiten zu reagieren und das passiert auch ausreichend! leute wie caffier sollen sich in ihren wahlkreisen austoben (hier in Sponholz - schon mal gehört) denn dort sind sie gewählt worden, aber ansonsten bitte fre..... halten, ist immer besser! Ha Ho He Hertha BSC
  • dabruno
    Donnerstag, 02.02.2012, 08:18 Uhr
    Neue Technik!!???????????????????????? Die gewaltbereiten FRATZEN sind aller Orts bekannt und können auch ohne neue Technik aus den Stadien gehalten werden! Wenn diese Gruppen wirklich so klein sind wie immer erzählt wird sollten die tausenden anderen einfach mal das Stadion meiden bis die Verantwortlichen reagieren und sondieren wer reinkommt und wer nicht. Der wirtschaftliche Aspekt wird die Herren schnell zu einer Lösung bringen! Und jetzt schnell Daumen runter
  • Umbranus
    Donnerstag, 02.02.2012, 08:15 Uhr
    Das wirksamste Mittel um für Sicherheit im Stadion zu sorgen wäre den Vereinen die Kosten für die Polizeieinsätze im Stadien bezahlen zu lassen. Die sorgen dann schon für Sicherheit. Diskobesitzer müssen ihr Sicherheitspersonal auch selbst zahlen. Warum also muss der Steuerzahler für die Sicherheit beim Fußball aufkommen? Allein die Personalkosten der Polizei für Einsätze bei Fußballspielen betragen ca. 80 Millionen Euro im Jahr. Bei den Milliarden, die im Fußball an Gehältern gezahlt werden könnten sich die Vereine daran ruhig mal beteiligen. Dann könnten wir von dem Geld ein paar Schulen finanzieren. Mehr Bildung statt Fußball würde Deutschland gut tun.
  • ColafunKSK
    Donnerstag, 02.02.2012, 08:04 Uhr
    Das wirkt der Gewalt nicht entgegen sondern ist nur ein weiterer Schritt in den Überwachungsstaat. Warum soll es Gewalt entgegenwirken? Viele definieren mit Gewalt das Abbrennen von Pyrotechnik, die wird aber weder im Gesicht noch von "Gewalttätern" geschmuggelt. Ich ziele deshalb gerade auf Pyro ab, weil das Foto das Abbrennen von Pyrotechnik zeigt, worüber man sich ja streiten kann, ob man darauf "Gewalt" und "Remmidemmi" sieht. Otto Normalverbraucher wird halt etwas von den Medien da eingelullt. Allen die eine fundierte Meinung haben wollen rate ich das "aktuelle sportstudio" von vor drei Wochen zu schauen, wo DFB/DFL und Fans/Ultras an einem Tisch sitzen und toll miteinander diskutieren.
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