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03.02.2012, 13:40 Uhr

Assauer im Fernsehinterview: "Ich denke, dass es besser wird"

Düsseldorf (dpa) - Früher Macho, heute still: Im ersten Fernsehinterview seit Bekanntwerden seiner Alzheimer-Erkrankung schlägt Rudi Assauer leise Töne an. Er und seine Tochter zeigen sich optimistisch - und erleichtert, endlich offen über die Krankheit sprechen zu können.



Die dicke Zigarre und der Aschenbecher stehen im ZDF-Studio schon bereit. Doch Rudi Assauer lässt das Rauchen erstmal bleiben. Der ehemalige Fußball-Manager gibt sich in seinem ersten Fernsehinterview nach Bekanntwerden seiner Alzheimer-Erkrankung bescheiden. "Rundum geht es mir gut", sagte Assauer am Freitag in der ZDF-Sendung "Volle Kanne". "Ich denke, dass es besser wird und dass es schon besser geworden ist."

Assauer trägt ein graues Jacket, darunter ein hellblaues Hemd. Mit hängenden Schultern sitzt er zwischen Sportreporter Werner Hansch und seiner Tochter Bettina. Vater und Tochter zeigten sich erleichtert, die Krankheit endlich öffentlich gemacht zu haben. "Dieses 'ihn schützen müssen' ist jetzt nicht mehr da", sagte Bettina Michel. "Also wenn er sich morgen mit jemandem unterhält und er kennt ihn nicht, dann weiß derjenige, ok, ich muss ihm Hilfestellung geben." Assauer lebt bei seiner Tochter in Gelsenkirchen.

Assauer veröffentlicht Buch über seine Alzheimer-Erkrankung.

Heute erscheint das Buch von Assauer über seine Alzheimer-Erkrankung. >



Der Fußball-Kommentator und langjährige Freund Assauers, Werner Hansch, berichtete, wie er von der Krankheit des Schalke-Urgesteins erfahren hat. Es sei nach einem gemeinsamen Abend bei Assauer zu Hause gewesen. "Und dann hab ich es ihm gesagt: Ich habe den Eindruck, mit deinem Kopf stimmt irgendetwas nicht mehr", erinnert sich Hansch. Was folgte, sei ein sehr bewegender Augenblick gewesen. "Er bekam fast einen krampfartigen Weinanfall. Er ist mir um den Hals gefallen und sagte: Ich weiß es. Ich weiß es doch!"

Am vergangenen Dienstag war bekanntgeworden, dass Assauer seit Jahren an Alzheimer leidet. Das Interview war am Donnerstag in Düsseldorf aufgezeichnet worden. Am Ende der Aufzeichnung steckt Assauer dann doch noch die Zigarre an. Es ist ein vertrautes Bild, aber nicht mehr der alte Rudi Assauer.

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58 Meinungen zu "Assauer schlägt leise Töne an"

  • Zweitname
    Mittwoch, 08.02.2012, 17:20 Uhr
    "ich bin ehrlich froh, dass mal jemand eine "fundierte und wissenschaftlich erwiesene meinung" hat. ich kenne leider mittlerweile viele menschen, auf die dein schema f eben nicht zutrifft, und diese krankheit ist weder für betroffene noch für die familie einfach. so wünsche ich dir gute gene, keine persönlichen rückschläge, und selbstverständlich keinen genuss von luxusgütern. für meine begriffe bist entweder blutjung oder einfach dämlich. " Blutjung bin ich mit knapp 60 nicht. Und dämlich auch nicht. Ja, und alles, was Du schreibst, habe ich nicht behauptet. Weder habe ich behauptet, dass das auf alle Menschen zutrifft, noch dass die Krankheit für Betroffene oder Familien einfach ist. Es ist aber nun einmal wissenschaftlich erwiesen, dass Rauchen die Krankheit ebenso erheblich beschleunigen kann wie Trinken. Und ich bin im Gegensatz zu Dir und mella666 ohne persönliche Angriffe oder beleidigende Mails ausgekommen. Wer die Wahrheit nicht verträgt, der greift mangels Fakten eben zu Beleidigungen und persönlichen Verunglimpfungen.
  • contaminated
    Samstag, 04.02.2012, 16:41 Uhr
    Irgendwie kann ichs nicht mehr erhören, das Gejammere "über die Probleme der kleinen Leute berichtet keiner". Mal abgesehen davon, dass es schon Leute, Bücher und Sendungen gibt, die zum Beispiel über solche Krankheiten informieren. Interessiert es eben ohne mediale Aufmerksamkeit nur die Wenigsten. Und das ist auch völlig normal. Klar wird über solche Dinge bei Prominenten, die sowieso in der Öffentlichkeit stehen, die vielen Leuten bekannt sind und die vielleicht sogar Fans haben eher berichtet, als bei Menschen, die nicht prominent sind. Das ist doch nur logisch. Kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass die Oma von nebenan ein Interesse daran hätte, dass über ihren speziellen Fall in den Medien berichtet wird. Allerdings kann es auch Betroffenen jenseits der Öffentlichkeit helfen, wenn Themen wie Altzheimer aufgrund eines prominenten Falles mal wieder ins Bewußtsein gerückt und diskutiert werden. Die Gedanken und Erfahrungen eines Betroffenen können Erkrankten und Angehörigen vielleicht beim Umgang mit der Krankheit helfen. Und sei es nur, um strunzdumme und inhaltlich völlig falsche Vorteile, wie auch zum Thema Assauer geäußert ("...selber Schuld, wer Zigarren raucht" , "ensteht durch schlechten Lebenswandel" u. ä. Dünnpfiff) zu widerlegen. Am Ende ist dem Ottonormalverbraucher auch nicht gedient, wenn über einen prominten Fall nicht berichtet wird. Man hat auch andere Themen (wie beispielsweise Depressionen) jahrelang nicht beachtet, als Spinnerei oder Einbildung abgetan. Erst seitdem prominente Fälle bekannt wurden, wird das Thema überhaupt wieder in der Öffentlichkeit diskutiert. Man kann jedem Betroffenen nur viel Kraft und Unterstützung im Umgang mit Altzheimer wünschen. Auch Herrn Assauer, völlig egal ob man ihn nun mag oder nicht.
  • mozzi1
    Samstag, 04.02.2012, 14:25 Uhr
    @ Perle: wenn Assauer nicht so berühmt wäre ,würde es keinen Menschen interessieren. Mein Vater ist 86 Jahre alt und hat die Krankheit.Glaube mir ich weiß von was ich rede. Er ist nicht berühmt,und das er die Krankheit hat interessiert kein Mensch
  • senfdabei
    Samstag, 04.02.2012, 13:55 Uhr
    Wenn ich solche Kommentare hier lese, wie den von "motzi", wird es mir speiübel. Alzheimer ist EINE von VIELEN Formen der Demenz. Es gibt tatsächlich Formen, welche durch "Lebenswandel" gefördert werden, wie bei süchtigem Alkoholkonsum. Formen der Demenz sind ein stetig wachsender Faktor bei den Erkrankungen (nicht nur) im Alter. Demenz ist eine Störung der Lebensfähigkeit, welche bis hin zum Tod führen kann, wenn z.B. dementiell Erkrankte nicht mehr in der Lage scheinen, Nahrung zu sich zu nehmen, weil ihnen die Sinnhaftigkeit nicht mehr begreiflich wird. JEDEN kann es treffen und die Versorgung von Dementen ist schwierig, weil sie Angehörige und Umfeld meist an dei Grenzen des Verständnisses, sowie des eigenen Handlungsvermögens bringt. Meine Empfehlung ist, sich in Angehörigengruppen/Betroffenengruppen zusammenzufinden, um Umgang und Möglichkeiten des Selbstschutzes (besondes für ANGEHÖRIGE von dementiell Erkrankten) zu schaffen/fördern. Der Begriff "Demenz" ist inzwischen "salonfähig" geworden, jedoch ist das Wissen um den Umgang mit dieser Erkrankung noch immer ein vielfach totgeschwiegenes Feld. Frühzeitige Information hilft dann, mit eigenen-/Angehörigensituationen besser umgehen zu können, zu verstehen, zu reagieren und NICHT durch Unverständnis und falsches Schamgefühl zu kapitulieren.
  • Elkamo
    Samstag, 04.02.2012, 13:08 Uhr
    Mit der Alzheimer-Krankheit sollte sich jeder befassen! Denn leider kann es auch jeden treffen. Die Überlegung muss auch dorthin gehen, wie es in unseren Pflegeheimen aussieht: Wie wenig Pflegepersonal vergleichsweise viele Patienten schnell und nach Zeiteinheiten! versorgen muss. Wer hat die Krankheit überhaupt "entdeckt"? Es war der dt. Psychiater Alois Alzheimer, nach dem die Krankheit benannt ist. Er hat als Erster dieses Krankheitsbild öffentlich gemacht. Seine damalige Patientin hieß Auguste Deter, von der er eigenartig verwirrte Sätze als Antwort bekommen hatte. Alois Alzheimer war klar, dass es sich nicht um ein bekanntes Krankheitsbild wie Schizophrenie oder ähnliches handelte. Ein ganz schlimme Sache, gerade in den ersten Erkenntnis-Monaten: Es wird immer weniger, was ich noch von meinem Leben weiß, wer steht mir bei, wer versorgt mich noch halbwegs menschenwürdig? Ich kann allen Betroffenen nur meine Anteilnahme an ihrem schweren Schicksal aussprechen und ihnen und vor allem auch ihren Angehörigen viel Kraft wünschen! Jedes Herumkritisieren verbietet sich von vornherein! Lieber mal nachdenken, dass es einen auch selbst treffen könnte, leider ...
  • scarver738
    Samstag, 04.02.2012, 12:01 Uhr
    Laut der deutschen Alzheimer Gesellschaft leben zur Zeit etwa 1,2 Millionen Demenzkranke in Deutschland. Zwei Drittel der Erkrankten werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut und gepflegt. Also ist Assauer mit der Krankheit nicht allein. Bitte mich nicht falsch verstehen, Alzheimer ist eine schwere Krankheit für Betroffene und deren Angehörige, aber nun hat mal wieder ein Prominenter diese Krankheit und es wird medientechnisch so aufgebauscht, als ob er der einzige sei, der unter der Krankheit zu leiden hätte. Wie Manu1988 schon erwähnt hat, über die "einfachen Leute" in Deutschland spricht wieder keiner.
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