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02.12.2011, 10:53 Uhr

"Rayman Origins" im Test

Endlich wieder da: Ubisofts altehrwürdiges Maskottchen "Rayman" meldet sich auf dem Bildschirm zurück. Sein neues PS3-, Xbox-360- und Wii-Abenteuer "Origins" erzählt nicht nur - ganz im Prequel-Trend liegend - die Geschichte seiner allerersten Heldentat, sondern transportiert auch das klassische 2D-Jump&Run visuell auf ein neues Level.

Von Robert Bannert

Es war Ubisofts erster großer Videospiel-Hit aus eigener Entwicklung: "Rayman" - ersonnen und umgesetzt von Michel Ancel, der das Jump&Run-Projekt im Jahr 1995 für Ataris Jaguar-Konsole, den PC und die erste PlayStation nahezu im Alleingang stemmte. Nach zwei 3D-Fortsetzungen und dem kolossal erfolgreichen Spin-Off "Raving Rabbids", in dem die Knubbelnase allerdings immer mehr zum Nebendarsteller degradiert wurde, war es etwas still geworden um das Firmenmaskottchen. Sein Schöpfer Ancel war mit anderen Projekten beschäftigt - darunter das von der Kritik gefeierte "Beyond Good & Evil" sowie die Versoftung von "Peter Jackson's King Kong". Aber auch das Hüpf-Genre selbst lag eine Weile im Dornröschenschlaf.

Doch die Zeit für eine Rückkehr ist reif - und "Rayman Origins" besinnt sich auf alte Traditionen: Statt eines weiteren 3D-Abenteuers im Stile von "Rayman 2" oder "Rayman: Hoodlum Havoc" erlebt man nun ein Abenteuer aus der Seitenperspektive. Es geht die meiste Zeit über von links nach rechts - und stets recht schräg zu.

Ubisofts neuer "UbiArt Framework"-Technologie sei Dank ist "Origins" ein regelrechtes 2D-Kunstwerk geworden, das die Ästhetik franko-belgischer Comic-Alben mit der Technik moderner Trickserien kombiniert. Obwohl die überwiegend visuell erzählte Geschichte kaum nennenswert ist (Raymans Heimat, die Lichtung der Träume, muss vor bösartigen Darktoons gerettet werden), fasziniert die muntere Hüpferei vom ersten bis zum letzten aberwitzigen, ideengespickten Plattform-Parcours.

Ob kunterbunter, idyllischer Feen-Wald, windige Wüste oder ein schräger Kosmos voller lebendig gewordener Musikinstrumente und durchgedrehter Noten: Rayman ist anders als Sega-Held Sonic angenehm gemütlich unterwegs und plant mit viel Bedacht Hopser für Hopser. Zumal sein volles Bewegungsspektrum erst nach und nach zur Verfügung steht.

Im Verlauf des rund 15-stündigen Abenteuers lernt er zu sprinten, mit seiner Helikopter-Haarpracht über Abgründe zu gleiten und die Fäuste zu schwingen: Dann werden Fieslinge wie skelettierte Tropenforscher oder aufdringliche Piepmätze einfach in den nächsten Abgrund gekloppt. Bei den grandios inszenierten Bossduellen ist dagegen etwas mehr Taktik gefragt.

Keine Frage: Wer klassische Jump&Runs und coole, fantasievolle Zeichentrickgrafik liebt, der kommt um "Rayman Origins" nicht rum. In Ancels jüngstem Geniestreich ist jede Landschaft und jeder Widersacher so schön, dass man sich am liebsten ein Bild davon als Poster an die Wand pinnen würde. Genre-Einsteiger werden zwar bereits ab der zweiten Spielwelt den allzu rasant ansteigenden Schwierigkeitsgrad beklagen, aber mit ein wenig Übung sind auch die gemeinsten Stellen und rasantesten Rutschpartien und Höhenflüge kein Problem mehr.

Obendrein bietet man einen herrlich durchgeknallten Multiplayer-Modus für gesellige Familienabende: Bis zu vier Spieler dürfen sich um den Fernseher versammeln und jederzeit in das Geschehen einsteigen, was ungemein spaßig, aber auch irre chaotisch ist. Aber auch wer alleine unterwegs ist, kommt in den Genuss, andere Figuren als Frontfigur Rayman spielen zu dürfen: Einfach zurück zum Einstiegs-Level, einen anderen (bereits freigespielten) Charakter wählen - und schon geht es als Kumpel Globox, Kleinlings-König oder in der Gestalt eines anderen, herrlich verschrobenen Hupf-Genossen weiter.

Wertung

Grafik sehr gut
Sound gut
Steuerung sehr gut
Spielspaß sehr gut
Gesamt sehr gut

Datenblatt

Titel Rayman Origins
Genre Jump & Run
Alter ab 6 Jahren
Schwierigkeit Für Einsteiger und Fortgeschrittne
Plattform PlayStation3 (getestet), Xbox 360 (getestet), PC
System
Mehrspieler 2-4
Entwickler Ubisoft
Anbieter Ubisoft
Preis ca. 60 Euro
EAN 3307215595589

© teleschau - der mediendienst GmbH

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Sie lesen gerade: "Rayman Origins" im Test. Das mehr als gelungene Comeback des Ubisoft-Maskottchens.