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08.02.2012, 10:26 Uhr

"Puddle" im Test

Der Schritt vom preisgekrönten Studentenprojekt zum professionell produzierten PS3- und Xbox-360-Spiel hat bei "Puddle" zwei Jahre gedauert. Keine zwei Stunden vergehen - und man wünscht den Machern dieses perfiden Geschicklichkeitstests die Pest an den Hals. Ehe man einen neuen Versuch startet, eine Pfütze Nitroglycerin ganz vorsichtig gen Ziel sickern zu lassen.

Von Bernd Fetsch

"Puddle" ist eine Ansammlung von 50, teils hundsgemeinen, aber stets clever und abwechslungsreich aufgebauten Hindernisparcours, durch die Flüssigkeiten aller Art geschleust werden müssen. Die Steuerung beschränkt sich dabei auf zwei Schultertasten, PS3-Spieler dürfen die Umgebungen alternativ auch per Sixaxis- oder Move-Sensorik neigen und kippen.

So simpel das Spielprinzip auch sein mag, so verdammt schwierig ist es, Wasser, Kaffee, Dünger, Säure, Lava, flüssiges Metall und das bereits genannte Nitroglycerin in ausreichenden Mengen durch die Level zu lotsen. Denn zum einen lauern allerorts Gefahren in Form von Abgründen, alles verdampfenden Flammen oder zerstäubenden Sägeblättern. Zum anderen hat die Kamera ihre liebe Not, all die einzelnen Tropfen im Bild zu halten, während ein Hindernis das nächste jagt und sich manche Schalter nur durch eine kleine Opfergabe betätigen lassen. Manche Herausforderungen lassen sich nur durch stures Auswendiglernen bewältigen, bei anderen braucht es neben jeder Menge Fingerspitzengefühl noch ein Quäntchen Glück, was "Puddle" fordernd und frustierend zugleich macht.

Doch wer dranbleibt, ohne allzu oft zu "jammern" (eine Art Freifahrtsschein, der alle Punkte kostet), wird belohnt: mit einer irren Reise, die mit einem umgekippten Kaffeebecher beginnt, durch den menschlichen Körper führt und in den Innereien eines Atomkraftwerks endet. Ein Ausflug ins All zeigt das eindrucksvolle Physikmodell, das hinter "Puddle" steckt und sogar die Trägheit der Flüssigkeiten dynamisch berechnet. Wenn flüssiges Metall beispielsweise abkühlt, schwappt es deutlich zäher durch die Rohre. Und auch das Beimischen von Chemikalien hat spürbare Auswirkungen auf das Fließverhalten.

Wer alle Herausforderungen bewältigt hat und sich voller Freunde ins "Laboratory" stürzt, um eigene Level zu kreieren und mit der Online-Community zu teilen, wird maßlos enttäuscht. Hinter der Option verbirgt sich zwar ein Baukasten. Doch damit lassen sich allenfalls schnöde Menühintergründe erschaffen - keine spielbaren Parcours.

Fazit: "Puddle" ist eine kurzweilige, feuchtfröhliche Spielerei, die Ungeduldige aber viele Nerven kosten kann.

Wertung

Grafik befriedigend
Sound befriedigend
Steuerung gut
Spielspaß gut
Gesamt gut

Datenblatt

Titel Puddle
Genre Geschicklichkeit
Alter ab 6 Jahren
Schwierigkeit Für Fortgeschrittene
Plattform PlayStation3 (getestet), Xbox 360
System
Mehrspieler nein
Entwickler Neko Entertainment
Anbieter Konami
Preis ca. 10 Euro
EAN 1234567890123

© teleschau - der mediendienst GmbH

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Sie lesen gerade: Steter Tropfen höhlt den Stein. "Puddle": Perfider Geschicklichkeitstest, der sehr schnell frustriert.