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19.12.2011, 10:50 Uhr

"Winter Sports 2012 - Feel The Spirit"

Zweiklassengesellschaft im virtuellen Winter: Konsolenbesitzer vergnügen sich seit Kurzem mit den "Eurosport Winter Stars", versuchen sich an elf abwechslungsreichen Disziplinen und einer echten Karriere - und das auf Wunsch auch unter Zurhilfenahme der Bewegungssteuerungen Move (PS3) und Kinect (Xbox 360). PC-Spieler müssen dagegen aufgrund mangelnder Alternativen mit dem geist- und lieblos zusammengeschusterten "Winter Sports 2012 - Feel The Spirit" vorliebnehmen.

Von Bernd Fetsch

"Winter Sports 2012" trägt zwar wie seine Vorgänger das Label "RTL Games" auf dem Cover, stammt aber vom Entwickler Independent Arts, der bislang allenfalls durch Merchandising-Machwerke wie "Germany's next Topmodel 2011" auf sich aufmerksam machte. Das "Winter Sports"-Stammteam 49Games arbeitete dagegen an "Eurosport Winter Stars" - und der Qualitätsunterschied ist deutlich spürbar.

Zehn Disziplinen bietet "Winter Sports 2012" - eigentlich genug möchte man meinen. Doch Ski Alpin Abfahrt, Super-G und Riesenslalom unterscheiden sich nur beim Abstand der Tore. Hinzu kommt der Wettbewerbsneuling Ski Cross, bei dem man zusammen mit drei Konkurrenten eine mit Sprüngen gespickte Piste hinabjagt - und dabei Zeuge klobiger Animationen und eines sehr seltsamen Kollisionsverhaltens wird. Letzteres kommt auch in der Exotendisziplin Ice Speedway zum Tragen. Wer mit seinem Motorrad auch nur in die Nähe der Bande oder eines Konkurrenten kommt, stürzt - und sieht das restliche Teilnehmerfeld vorbeiziehen. Beim Short Track Eisschnelllaufen zeigen Rempeleien und Bandenkontakt deutlich weniger Auswirkungen. Der Trickwettbewerb Snowboard Freestyle sowie die Klassiker Curling und Skispringen bringen zumindest ein wenig Abwechslung in den lieblos gestalteten Wettkampfalltag, wurden mitunter aber seltsam umgesetzt. So landet man beim Skispringen regelmäßig und ohne großes Zutun jenseits des kritischen Punkts im Flachen.

Allen Disziplinen gemein ist die einerseits unterkühlte Präsentation, anderseits die ebenso simple wie grandios umständliche Tastatursteuerung. Die klassischen Pfeiltasten kommen nicht zum Einsatz. Stattdessen wird mit A und D die Richtung vorgegeben, mit H beschleunigt, mit J der Turbo gezündet und mit G gebremst oder in die Kurve gelegt. Feinfühlige Manöver? Echte Kontrolle? Nicht in "Winter Sports 2012".

Hat man trotz aller Widrigkeiten die wenigen Cups alleine oder mit drei Kumpels an einem PC gemeistert, warten noch 30 besondere Herausforderungen auf leidensfähige Wintersportler. Dabei müssen fehlerfreie Abfahrtsläufe oder punktgenaue Landungen beim Skispringen gemeistert werden, um ein paar neue Outfits für den Charaktereditor freizuschalten.

Fazit: Konsolensportler kommen wesentlich besser durch den virtuellen Winter. "Eurosport Winter Stars" ist "Winter Sports 2012 - Feel The Spirit" in nahezu allen Belangen überlegen - ist am Ende aber auch nur besserer Durchschnitt. Der virtuelle Winter wird trübe ...

Wertung

Grafik befriedigend
Sound befriedigend
Steuerung ausreichend
Spielspaß ausreichend
Gesamt ausreichend

Datenblatt

Titel Winter Sports 2012 - Feel The Spirit
Genre Sport
Alter ab 0 Jahren
Schwierigkeit Für Einsteiger und Fortgeschrittene
Plattform PC (getestet), Wii, 3DS
System
Mehrspieler 2-4
Entwickler Independent Arts
Anbieter dtp
Preis ca. 30 Euro
EAN 4017244028581

© teleschau - der mediendienst GmbH

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