In "Infinity Blade 2" dreht sich alles um einen ominösen Hüter, den der Spieler - aller Warnungen zum Trotz - auf Biegen und Brechen befreien möchte. Ein Unterfangen, das unmöglich beim ersten Mal gelingen kann: Zu stark sind die Dämonen, blechernen Krieger und riesigen Monstrositäten, die sich dem furchtlosen Ritter bei einem Streifzug durch eine verfallene Zitadelle in den Weg stellen - und zu schwach die eigenen Attacken, Paraden, Zaubersprüche, Block- und Ausweichmanöver, die auf das Touchscreen gewischt, getippt und gemalt werden müssen. Früher oder später segnet man Zeitliche, erwacht auf einer futuristischen Bahre und beginnt mit dem Streifzug durch die Burgruine von vorne. Immer und immer wieder.
Dass man zum überzeugten Wiederholungstäter wird, ist zum einen der Neugier auf den Fortgang der tatsächlich vorhandenen Geschichte, zum anderen einem simplen Belohnungssystem geschuldet. Denn egal, wie oft man stirbt: Eingesammelte Waffen, Rüstungen, Schilde, Helme, Ringe, Goldstücke und Erfahrungspunkte behält man. Auf diesem Wege wird man stetig stärker - und irgendwann klappt's dann auch mit den anfangs übermächtigen Bossgegnern.
Auf Ungeduldige wartet indes die Ingame-Shop-Falle. Mit echtem Geld lässt sich hier in Tranchen der virtuelle Kontostand aufbessern: 25.000 Goldstücke kosten beispielsweise 79 Cent. Allerdings kommt man damit nicht sonderlich weit. Für die titelgebende "Infinity Blade" etwa sind 625.000 fällig, für den besten käuflichen Helm 225.000, für die dickste Rüstung 278.500, für den "Ring des Mannes" 455.000 - von den zig unterschiedlichen Edelsteine, die die Eigenschaften des Equipments weiter verbessern, ganz zu schweigen. Kurzum: Man kann in "Infinity Blade 2" ein Vermögen für virtuellen Krimskrams ausgeben. Da muss man den Machern fast schon dankbar sein, dass sie für den Goldsäckel mit 2,5 Millionen Goldstücken "nur" 40 Euro verlangen ...
Ohne die Zukäufe wird "Infinity Blade 2" zum Geduldsspiel - aber zu einem motivierenden. Selbst nach dem zehnten, 15. oder 20. Durchlauf wird man noch nicht seine Wunschausrüstung beisammen haben - und zudem immer wieder Neues entdecken. Denn die Kulisse verändert sich mit den virtuellen Monaten und Jahren, die jedes Mal zwischen den Wiedergeburten des Helden vergehen. An manchen Stellen öffnen sich zuvor verschlossene Tore, an anderen wächst eine begehbare Riesenranke bis zur Turmspitze. Ohnehin gibt es mehrere Routen durchs Schloss, das zumindest auf iPad 2 und iPhone 4S in sagenhaft schönes Licht getaucht wird. Besitzer von 3GS, iPad 1 und iPod Touch müssen mit einer dezent abgespeckten Version leben, bekommen aber auch ohne die verbesserten Effekte einen echten Hingucker präsentiert.
Allerdings wurde die Bewegungsfreiheit der Aufmachung geopfert.
Die eigene Figur läuft automatisch von Punkt zu Punkt. Währenddessen darf sich der Spieler mithilfe der drehbaren Kamera genauer umsehen, um versteckte magische Tränke, Geldsäcke oder herumliegende Schlüssel zu allerlei Schatztruhen abzugreifen - was auf dem kleinen iPhone- und iPod-Display manchmal einem Sehtest gleichkommt. Im Idealfall schließt man das iPad 2 per HDMI-Adapter jedoch an den großen Fernseher an und staunt über eine Präsentation, die man sonst nur von PS3 und Xbox 360 kennt.
Wertung
| Grafik | sehr gut |
| Sound | sehr gut |
| Steuerung | sehr gut |
| Spielspaß | sehr gut |
| Gesamt | sehr gut |
Datenblatt
| Titel | Infinity Blade 2 |
| Genre | Action |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Plattform | iPhone/iPod/iPad (getestet) |
| System | |
| Mehrspieler | nein |
| Entwickler | Char |
| Anbieter | Epic / Apple |
| Preis | 5,49 Euro |
| EAN | 1234567890123 |
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