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16.01.2012, 11:35 Uhr

Kreuzfahrt-Verein: Schwerer Schlag für Branche

Nach der Havarie des italienischen Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" stellen sich Fragen zur Sicherheit auf Schiffen mit mehreren Tausend Passagieren. Das Unglück ist nach Ansicht der European Cruiser Association (Eucras) ein schwerer Schlag für die Kreuzfahrtbranche. Kreuzfahrten seien aber weiter sehr sicher, so der Verein. Angesichts der modernen Navigationsgeräte sei das Unglück ein Rätsel, sagte Eucras-Präsident Stefan Jaeger.

Der Leiter des Havariekommandos in Cuxhaven, Hans-Werner Monsees, betont im dpa-Interview die Notwendigkeit ständigen Trainings:

Wie sehen die Pläne für die Havarie eines Kreuzfahrtschiffes allgemein aus?

Monsees: "Es gibt international abgestimmt Sicherheitspläne. Die Besatzungen sind auf diesen Schiffen besonders geschult dafür, die Passagiere an die Rettungsboote heranzuführen und das Evakuieren des Schiffes möglich zu machen. Das wird trainiert und gehört zum Sicherheitspaket einer jeden Kreuzfahrtreederei."

Gibt es besondere Maßnahmen, wenn ein Schiff schnell Schlagseite bekommt?

Monsees: "Ja, sicherlich ist es notwendig, die Passagiere schnell zu informieren und an die Rettungsboote heranzuführen. Das ist natürlich in einer Situation, wo eine erhebliche Dynamik besteht, wo auch Panik auftreten kann, sehr schwer. Hier kommt es insbesondere auf die Besatzungsmitglieder an, das auch wirklich professionell durchzuführen."

Werden Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen ausreichend vorbereitet auf solche Notfälle?

Monsees: "International ist vorgeschrieben, dass es Sicherheitseinweisungen gibt. Das muss auch sehr schnell nach Auslaufen eines Schiffes geschehen. Das wird auch sehr ernst genommen in der Kreuzfahrtbranche. Man sieht ja auch manchmal im Fernsehen, dass die Passagiere antreten müssen, dass die Handhabung der Schwimmwesten dargestellt wird, dass man ihnen genau zeigt, wie man einsteigt in die Rettungsboote, dass die Sammelpunkte auf dem Schiff dargestellt werden. Das wird bei längeren Reisen auch wiederholt."

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Haben Sie den Eindruck, dass Kreuzfahrtpassagiere ein ausreichendes Gefahrenbewusstsein haben und die Übungen ernst nehmen?

Monsees: "Manchmal kann man den Eindruck haben, dass die Passagiere das als erstes Unterhaltungsprogramm an Bord empfinden, aber es ist Aufgabe der Schiffsoffiziere zu sagen, das ist ein ganz wichtiger Punkt, das kann irgendwann das Leben retten."

Kreuzfahrtschiffe werden immer größer. Ist gewährleistet, dass man so viele Passagiere schnell genug von Bord bringen kann?

Monsees: "Es ist eine große Herausforderung, diese Menschen in einer Notsituation so zu führen, dass sie gerettet werden können. Deswegen wird das Sicherheitsmanagement national und international ständig weiterentwickelt. Ganz wichtig ist, dass das Krisenmanagement in den Reedereien vorangetrieben wird."

Kann man aus der Entfernung schon sagen, dass Fehler gemacht wurden?

Monsees: "Dazu ist es viel zu früh. Die italienischen Behörden werden sicherlich die ganzen Rettungsmaßnahmen untersuchen. Die Schiffsunfalluntersuchung, die nach internationalem Recht vorgesehen ist, wird sich auch das Notfallmanagement anschauen. Aber zu diesem Zeitpunkt wären das alles nur Spekulationen und Mutmaßungen."

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148 Meinungen zu "Wie sicher sind Kreuzfahrten?"

  • nolopol
    Samstag, 04.02.2012, 10:20 Uhr
    Ja, First1. Ich auch nicht. Daß die Pötte instabil sind kann man beim ersten Anblick erkennen. Wie wir alle wissen, steht das Geld und Profitabilität immer an erster Stelle, und lange zeit nichts anderes. Zu allerletzt wird an die Sicherheit gedacht.
  • First1
    Mittwoch, 01.02.2012, 13:26 Uhr
    Jeder soll auf seine Art glücklich werden. Ich persönlich würde lieber gar keinen Urlaub machen als ein Urlaub auf solchen schwimmenden Särgen. Ich würde nicht mal mitfahren, wenn ich die Fahrt bezhalt bekommen würde.
  • nolopol
    Dienstag, 24.01.2012, 11:16 Uhr
    Winston Churchill einst auf einen ital. Kreuzfahrtschiff von einen amerik. Journalist gefragt wieso er nicht lieber mit ein Brit. Schiff fahre, überlegte kurz, und sagte dann in seinem Unnachahmliche schelmische Art. "Erstens der Küche ist exzellent. Zweitens der Service ist Superb. Drittens, im Notfall gibt es diesem Unfug nicht, von wegen "Frauen und Kinder zuerst." Wie gesagt, Schelmisch, um den Journalisten zu verdeutlichen daß seine Frage nicht ernstgenommen worden sei.
  • Darkraptor
    Montag, 16.01.2012, 16:37 Uhr
    GAU - Größter Anzunehmder Unfall Damit ist alles gesagt, jedes Schiff kann auch sinken. Sicherheit betrift uns alle. Und wir haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Wenn ich mich nicht Informiere, darf ich mich nicht wundern, wenn ich es brauche, es nicht zu wissen. Das bei Unfällen auch Glück dazu gehört sollte auch klar sein. Man weiß nie wo man da gerade ist.
  • Kuttel
    Montag, 16.01.2012, 16:17 Uhr
    "Wie sicher sind Kreuzfahrten?" Genauso sicher oder unsicher wie Flugreisen, Autoreisen, Motorradreisen, Fahradereisen auch.
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