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21.05.2012, 20:37 Uhr

Afghanen leiten schon 2013 Isaf-Kampfeinsätze

Chicago (dpa) - Mit Tausenden Ausbildern und milliardenschweren Hilfen will die Nato nach Ende des Kampfeinsatzes Ende 2014 den demokratischen Wiederaufbau in Afghanistan garantieren.

Schon Mitte 2013 sollen afghanische Sicherheitskräfte - im Verbund mit der internationalen Isaf-Schutztruppe - die Kampfeinsätze gegen radikalislamische Taliban führen.

Zum Abschluss ihres Gipfels in Chicago stimmten die 28 Staats- und Regierungschef der Allianz diesen Plänen zu.

Von den jährlich benötigten 4,1 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) soll die Regierung in Kabul mindestens 500 Millionen Dollar selbst aufbringen. Von 2024 muss an muss sie Polizei und Armee selbst unterhalten.

Nach Angaben des britischen Premiers David Cameron ist schon eine Milliarde Dollar zugesagt worden. Deutschland will 150 Millionen Euro beitragen.

Die USA stellen rund 90 000 Soldaten für die Schutztruppe Isaf, die derzeit etwa 130 000 Soldaten im Einsatz hat.

Damit es nicht zu teuer wird, müssen Polizei und Armee der Afghanen von jetzt insgesamt knapp 300 000 nach 2014 auf dann 228 500 Mann verkleinert werden.

Für Ärger in der Afghanistan-Debatte sorgte das Ausscheren Frankreichs aus der Bündnissolidarität: Präsident François Hollande will die Kampftruppen schon Ende 2012 nach Hause holen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel glaubt nicht, das andere Frankreichs Beispiel in einer Art Abzugswettlauf nun folgten: "Ich sehe dieses Risiko nicht. Ich sehe eine sehr geordnete Phase vor uns, in der jeder seine Verpflichtungen einhält."

Ungeachtet des Vorstoßes Hollande sieht die Kanzlerin kein grundsätzliches Problem in den Beziehungen zwischen Berlin und Paris: "Es gibt die Kontinuität der guten Zusammenarbeit. Das schließt unterschiedliche Positionen nicht aus", sagte sie zum Abschluss des Gipfels.

Hollande spielte die Erregung demonstrativ herunter. "Wir haben eine gemeinsame Abmachung gefunden", sagte er. 2013 sollten französische Ausbilder für afghanischen Polizei und Armee verbleiben.

Auch US-Präsident Barack Obama ließ sich von der französischen Entscheidung nicht beirren: "Wir setzen uns zum Ziel, dass die afghanischen Sicherheitskräfte Mitte 2013 die Führungsrolle für die Wahrung der Sicherheit im ganzen Land übernehmen."

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach von einem gemeinsamen Ziel: "Einem Afghanistan, das von Afghanen für Afghanen regiert und gesichert wird."

Die Proteste gegen den größten Gipfel in der 63-jährigen Geschichte des Bündnisses gingen am Montag weiter. Demonstranten zogen zur Zentrale des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Boeing. Nach den Ausschreitungen am Vortag blieb es zunächst ruhig.

Die 28 Alliierten stellten in Chicago Weichen für milliardenschwere Rüstungsprojekte und enge Zusammenarbeit bei Entwicklung und Beschaffung von Rüstungsgütern.

Die Nato kam bei der Raketen-Abwehr einen wichtigen Schritt voran: Das System - ein Schutzschild gegen Angriffe sogenannter Schurkenstaaten wie dem Iran und Nordkorea - ist in Teilen einsatzbereit. Das stellte die Gipfelrunde zum Auftakt fest.

Russland hatte vor dem Beschluss erneut seine Ablehnung deutlich gemacht. Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, das System könne das strategische Gleichgewicht stören, weil es letztlich in Lage wäre, auch russische Raketen abzufangen.

Die Raketenabwehr beruht auf der Verbindung von Radarstationen und Abfangraketen zu Lande und zu Wasser. Bis 2020 soll es komplett installiert sein.

Wegweisend für eine neue Ausrichtung der Nato waren vor allem Beschlüsse zu Rüstungsprojekten. "Sie werden militärische Fähigkeiten, die wir brauchen, zu einem Preis schaffen, den wir uns leisten können", sagte Rasmussen.

Es ist eine enge Kooperation bei mehr als 20 Projekten geplant. Angesichts knapper Mittel will die Nato dennoch militärisch und technologisch immer auf letzten Stand zu sein. Viele Entwicklungen können einzelne Staaten finanziell nicht mehr allein stemmen.

Zu solchen Projekten der sogenannten "Smart Defence" (kluge Verteidigung) gehören beispielsweise ein System zur Bodenaufklärung durch unbemannte Flugkörper oder zur Betankung von Flugzeugen.

Für die deutschen Steuerzahler könnte das Projekt AGS - Bodenüberwachung aus der Luft - durch fünf unbemannte Flugzeuge kostspielig werden. Die Anschaffung durch 13 Staaten, darunter Deutschland, kostet eine Milliarde Euro. Der Betrieb des Systems kostet nach Diplomatenangaben weitere zwei Milliarden Euro - die allerdings auf alle 28 Mitglieder verteilt werden.

Alle News vom: 21. Mai 2012 Zur Übersicht: Nachrichten

146 Meinungen zu "Raketenabwehr vor dem Start"

  • nano01
    Dienstag, 22.05.2012, 15:09 Uhr
    nofussball "...Jeder der eine Angriffsrakete startet, muß wissen: sie kommt nicht an ihr Ziel ! ..." ------------------------------------- Ja und genau das haben eben die Schurken der Schurkenstaaten begriffen und schicken deshalb statt Raketen gleich die viel effektiveren Selbstmordattentäter. Ist es nicht Lachhaft was die Amis alles so auf die afghanischen Felsen gefeuert haben um dort die Höhlennester der Taliban zu zerstören ?! Da haben die Taliban aber sicher über die finanzielle Verschwendung gekichert. Und an den Raketenabwehrsystemen laufen die dann auch irgendwann einmal mit ihren Sprengstoffpäckchen unbemerkt vorbei. Wie verblödet sind denn inzwischen unsere westlichen Politiker. Oder anders formuliert: Wie verblödet sind die Bürger, die den Politikern noch all das vorgegaukelte kritiklos abkaufen.
  • IngoFischer
    Dienstag, 22.05.2012, 13:13 Uhr
    @ simsalabim80, Zitat: "du magst zwar recht haben, aber wenn man die menschen wieder mit buschmessern aufeinander losgehen lässt, werden diese schnell feststellen, dass es psychisch doch nicht so einfach ist, einen menschen zu töten." Da wollt ich Dir grundsätzlich Recht geben. Jedoch kann man auch mit Buschmessern auch ganze Volksgruppen ausrotten (in Ruanda 1Mil. Leute in 3 Monaten). Ich möchte bezweifeln, dass die Menschheit in der Vergangenheit ohne diese ganzen Hightech-Waffen friedlicher war. In einer Welt, in derjenige überlegen ist, der am wenigsten Skrupel zum Töten hat, möchte ich lieber nicht leben.
  • Quik
    Dienstag, 22.05.2012, 12:59 Uhr
    Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen ein Werkzeug der Waffenhersteller und Befürworter der Verbreitung der westlichen Demokratie. Ein Kriegstreiber bester Güte - alles in ausgeklügelten Wortwendungen verpackt, die da sagen ... WIR (die Nato) sind fast schon jetzt, aber ab 2020 ... unschlagbar, da uns ein "Raketenschirm" gegen all die Dinge schützen wird, die da vom Himmel fallen könnten. Schon in seiner Rede vor den "Herrschern der Welt" in den USA, vermeldete er die Anschaffung weiterer "Drohnen"! Er will ja wissen ... was hinter dem Horizont ... passiert - was immer DAS auch bedeuten mag! Schlagende "Argumente" durch amerikanische Polizei gegen die Demonstranten, die da gegen den Treff der Mächtigen ihren Unmut kundtun wollten. (Nur gut, dass es dieses nur bei den Russen in Moskau gibt, das Niederknüppeln anders Denkender) Schon jetzt fliegen zig Drohnen als Tötungswerkzeuge über fremden Ländern und morden angebliche Täter (ohne freiheitliche Gerichtsverhandlungen) auf Verdacht und zivile Opfer interessieren hierbei sowieso nicht. Völkerrechtlich gesehen - so die Argumentation - ist dieses Joystikspiel keine Kriegserklärung, denn die Drohnen werden durch die Geheimdienste betrieben und nicht durch die Armee. Auch kann man nicht feststellen, durch WEN diese betrieben wurden, wenn Opfer durch Drohnenbeschuss zu beklagen sind! Dieses kann nur geklärt werden, wenn solch "Teil" vom Himmel geholt wird, wie im Iran es geschehen ist und Ausreden hat man dann immer - es ist außer Kontrolle geraten. Auch Deutschland hat Drohnen, die nun durch Kauf israelischer ... bewaffneter Drohnen ... auf deren Technikstand gebracht werden sollen. Aus den USA kam so ein Ding nach Deutschland - 40 m Flügelspannweite - kann ewig in dere Luft bleiben und was lässt sich alles an Aufklärungstechnik UND Bewaffnung da einbauen. Die UNO sollte mal die Luftfahrtgesetze für den Einsatz von Drohnen bei Einsatz über FREMDEN Teretorium neu defenieren sowie bei Einsatz der Drohnenwaffen feststellen, dass dieses ... ein kriegerischer Akt sei, die einer Kriegserklärung gleichgestellt ist. Doch dazu ist der "Völkerbund - UNO" nicht in der Lage! Die UNO ist schon selber eine verquickte Gemeinschaft, die "ihre Befehle" von den entsprechenden Wirtschaftskreisen ... empfängt! Übrigens ist dieser Raketenabwehrriegel möglicherweise wirksam gegen einige Raketen, doch in der Endkonsequenz ist das Arsenal der Waffensysteme heutzutage technisch schon so perfekt, dass sich dieser Schutzschild als äußerst ... löchrig ... erweisen wird. Nutznießer dieser Strategie sind die Waffenlieferanten und die USA ... denn der ganze SEGEN wird über Europa ... zerplatzen. Abschließend : der "Verlierer" eines provozierten Krieges wirft bei Unterliegen eine Kobaltbombe und die Erde kann sich von dem Übel ... Kriegeführen durch Menschen ... Jahrtausende in Ruhe erholen! Auch das perfekteste Raketenabwehrsystem kann die "strahlenden kobaltierten Teilchen" nicht aufhalten . . . . .
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