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12.07.2012, 10:26 Uhr

Psychologie: Mit guten Taten das Schicksal bestechen

Es gibt einige Situationen im Leben, da können wir das Ergebnis nicht beeinflussen. Gegen jede Vernunft schließen wir trotzdem einen Handel mit dem Schicksal ab - und versuchen, es durch gute Taten zu beeinflussen. Warum das so ist, haben Forscher der amerikanischen Universität von Virginia jetzt untersucht.

Das Schicksal kommt ins Spiel, wenn wir keine Kontrolle haben

Benjamin Converse und Kollegen teilten für ihre Experimente Versuchspersonen in verschiedene Gruppen ein. Ein Teil der Probanden bekamen dabei das Gefühl vermittelt, ein Ergebnis (zum Beispiel einen Schwangerschaftstest, ein gerichtliches Urteil oder eine Anstellung nach einem Jobinterview) nicht beeinflussen zu können. Der andere Teil konnte das schon, etwa durch Recherche von Fachinformationen. Beiden Gruppen wurden angeboten sich zusätzlich karitativ zu betätigen. Wie sich zeigte, versuchten die Studienteilnehmer vor allem dann durch gute Taten zu glänzen, wenn Sie sich einer Situation gegenüber machtlos ausgeliefert fühlten.

Wer Gutes tut, ist optimistischer

Triebfeder dafür sei vor allem, dass wir uns gut fühlen, wenn wir was Gutes getan haben. Das testeten die Forscher, indem sie Jobanwärtern 50 Dollar für eine einminütige Zusatzbefragung versprachen. Bei der einen Hälfte der Versuchspersonen wurde der Betrag gespendet, die andere Hälfte durfte das Geld behalten. Die optimistische Grundhaltung, dass sie den Job bekommen würden, erhöhte sich bei den Spendern deutlich. "Man sollte annehmen, dass die Menschen egoistischer sind, wenn es um Dinge im Leben geht, die sie erreichen möchten, aber nicht kontrollieren können. Das Gegenteil ist der Fall,  wir haben herausgefunden, diese Erfahrung lässt uns anderen eher helfen, zumindest wenn wir die Gelegenheit dazu haben", so Converse.

Gutes tun, statt nichts tun

Die Wissenschaftler vermuten, dass wir mit diesem Bestechungs-Versuch auf positive Weise damit umgehen, dass wir eigentlich nur dasitzen und nichts tun können. "Auch wenn die Menschen nicht ans Schicksal glauben, kann es trotzdem sein, dass sie unbewusst die Vermutung hegen: Gutes passiert denen, die Gutes tun. Wenn uns diese Eingebung dazu bewegt, etwas für einen guten Zweck zu spenden und wir uns dabei ein bisschen optimistischer fühlen, scheint das eine gute Sache zu sein", folgern die Forscher. (lh)

Quelle: Converse B. et al: Investing in Karma: When Wanting Promotes Helping; Psychological Science 0956797612437248, first published on July 3, 2012 as doi:10.1177/0956797612437248

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3 Meinungen zu "Handel mit dem Schicksal"

  • mathekatze
    Freitag, 03.08.2012, 14:28 Uhr
    Gutes widerfährt denen, die Gutes tun? Schön wär's! Wer Gutes tut, wird ausgenutzt... so zumindest meine Erfahrung. Seid nicht zu gutmütig!
  • Alfredo72
    Freitag, 13.07.2012, 17:36 Uhr
    Sehr interessanter Artikel. Hierzu fällt mir aus das neue Buch "Begegnungen-Grüß Gott Herr Tod" als Empfehlung ein.
  • ichmeinejanur
    Donnerstag, 12.07.2012, 16:39 Uhr
    Warum soll es gegen jede Vernunft sein, dass das eigene Handeln das eigene Schicksal beeinflussen kann? Als Teil der Welt gestalte ich diese durch mein Handeln doch immer ein ganz kleines Stückchen mit. Je mehr Menschen sich bewußt "gut" verhalten, umso "besser" wird die Welt (oder besser Gesellschaft) insgesamt. Da steigt dann auch die Wahrscheinlichkeit, dass ich selber von der Welt Gutes erfahre. Ist doch eigentlich ganz logisch oder? Zu dem merkwürdigen Test: Wenn man in einem Versuch suggeriert bekommt, dass man an einer Situation nichts ändern kann, dann hat man ja nichts zu tu. Allein deshalb steigt sicher schon die Bereitschaft, etwas für andere zu tun. Wer am Ausgang einer Sache etwas ändern kann, nimmt die Gelegenheit war und hat schlichtweg weniger Zeit für andere. Irgendwie erscheint mir diese "Studie" ziemlich naiv und überflüssig oder habe ich den Knackpunkt nur nicht verstanden?
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