Größenwahn: Macht verzerrt die Selbstwahrnehmung
Dazu gingen die Forscher um Michelle M. Duguid von der Washington University folgendermaßen vor: Sie luden 100 männliche und weibliche Testpersonen zu einem Rollenspiel ein. In einem vorab absolvierten Persönlichkeitstest sollten die Teilnehmer zunächst ihre Führungsqualitäten unter Beweis stellen. Angeblich erhielten sie abhängig vom Ergebnis entweder die Rolle des Bosses - oder die des Untergebenen. Tatsächlich aber wurden die Rollen per Zufall verteilt.
Das Ergebnis: Schon das bisschen Pseudomacht, das die Teilnehmer in der Rolle als Boss erhielten, reichte aus, um ihre Selbstwahrnehmung zu verzerren. In einem anschließenden Fragebogen mit Angaben zur eigenen Person machten sie sich durchweg ein paar Zentimeter größer, als sie tatsächlich waren. Teilnehmer, die die Untergebenen gespielt hatten, schätzten ihre Größe hingegen weitgehend realistisch ein.
Ein weiteres Experiment untermauerte den Größenwahn: So wählten die "Bosse", als sie an einem Computerspiel teilnahmen, bevorzugt besonders große Avatare aus.
"Größe dient von Alters her oft als Metapher für Macht", schreiben die Autoren. Tatsächlich wimmelt die Geschichte nur so von "großen Männern", "großen Denkern" und "großen Politikern". Und zu diesen schaut man unabhängig von der tatsächlichen Wuchsgröße auf. Psychologen vermuten, dass diese Verknüpfung zwischen Macht und Körpergröße bereits in der Kindheit angelegt wird: Eltern und Erzieher haben die Macht über das Kind und sind in der Regel größer. Auch in der späteren Kindheit dominieren häufig jene Altersgenossen, die körperlich überlegen - und damit meist auch größer sind. (cf)
Quelle: Michelle M. Duguid: Living Large: The Powerful Overestimate Their Own Height, Psychological Science, Psychological Science, January 2012; vol. 23
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7 Meinungen zu "Macht verändert Wahrnehmung"
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justmy2cent
Donnerstag, 26.01.2012, 09:36 Uhr Das ist nicht nur in der Selbstwahrnehmung so, sondern auch in der Fremdwahrnehmung. . Je höher der angebliche soziale Status (mehr Geld und Einfluß) der (immer gleichen) vorgestellten Männer war, destö höher wurde ihre Körpergröße geschätzt. Ein alter Hut. Ich erinnere mich, daß diese Untersuchung in meinem Psychologiestudium anfang der achziger Jahre vorgestellt wurde. -
HalloAllerseits
Mittwoch, 25.01.2012, 16:37 Uhr Ich bin zwar sehr groß aber weder mutig oder einflussreich... -
keyzersoyze
Mittwoch, 25.01.2012, 13:55 Uhr an die Wand geklebte Zertifikate reichen schon bei Vielen nicht vorhandene Größe zu suggerieren an die Mitmenschen -
sugarfee
Mittwoch, 25.01.2012, 13:49 Uhr Da sage ich nur: KÖRPERLICHE HÖHE IST NICHT GLEICH MENSCHLICHE GRÖSSE. -
wahoo10
Mittwoch, 25.01.2012, 13:28 Uhr hallo angelheart2012: nicht die kleinsten Leute fahren die größten Autos, um sich größer zu machen, sondern die mit dem kleinsten IQ. Guck dir doch mal die Möchtegerne an in großen Ms oder Bs (will nicht auch noch Werbung machen). Im übrigen waren die mächtigsten Leute der Weltgeschichte immer die Kleinsten, wie schon Warteschleife bemerkt. Die zeichnen sich nämlich durch Beharrlichkeit, Willen und Durchsetzungsvermögen aus, nicht wie die auch so Groooßen, die eher weinerlich sind und nur ein großes Maul haben. -
angelheart2012
Mittwoch, 25.01.2012, 07:39 Uhr Und wer keine Macht hat, aber gern welche hätte, der definiert sich über Titel, Statussymbole und materiellen Besitz (oder warum sonst fahren kleine Männer die größten Autos ?) :)...... Dann gibt es auch noch die Machthungrigen, von Minderwertigkeitskomplexen zerfressenen Individuen, die selbst nichts zu bieten haben, aber sich dann gern in Kreisen von Mächtigen aufhalten, um sich selbst damit aufzuwerten. Man muss nicht groß sein, um groß zu sein ....... -
warteschleife
Dienstag, 24.01.2012, 17:16 Uhr Das ist aber nichts Neues,das ist sogar geschichtlich belegt (Napoleon,Hitler ......)Und das ist auch heute noch so!
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