Scheidung: Jung Getrennte leiden mehr
Hui Liu, Soziologin an der Universität Michigan hat den Familienstand und gefühlten Gesundheitszustand von 1282 Männern und Frauen über eine Zeitraum von 15 Jahren beobachtet und systematisch ausgewertet. Dabei stellte sie fest: Wer zwischen 35 und 41 Jahren vor dem Scheidungsrichter saß, war später kränker als Geschiedene, die zwischen 44 und 50 Jahren auseinander gegangen sind. "Krank macht nicht der Status 'geschieden' oder 'verheiratet'. Das Gesundheitsrisiko ist der Stress einer scheiternden Beziehung und Trennung", sagt Liu.
Möglicherweise habe die ältere Generationen unter größerem sozialen Druck geheiratet. Und wer heute geschieden ist, sei in der Ehe vielleicht besonders unglücklich gewesen und habe die Trennung als Erlösung erlebt, vermutet Liu als Erklärung für den überaschenden Zusammenhang. "Ich hätte gedacht, dass es umgekehrt sei und die jüngere Generation eine Trennung leichter bewältigen kann", bemerkt die Soziologin Liu.
Die Forscherin glaubt, dass junge Paare in Krisensituationen mehr soziale und familiäre Unterstützung brauchen. "Denkbar ist eine Art Scheidungsberatung, die den Getrennten hilft, Belastungen zu verarbeiten. Oder eine Paartherapie, damit das Eheglück erst gar nicht zerbricht". (nb)
Quelle: Michigan State University
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