Facebook auf dem Weg an die Börse
Das Volumen des Börsengangs liegt bei zunächst 5 Milliarden Dollar und damit nur halb so hoch wie ursprünglich erwartet. Allerdings kann sich diese Summe noch erhöhen. Es ist üblich, dass Firmen tiefstapeln, dann die Reaktion der Investoren abwarten und - falls genügend Nachfrage besteht - später den Preis erhöhen.
Wie das Börsenprospekt weiter verrät, wächst Facebook rasant und verdient auch Geld, vor allem mit Werbeeinnahmen: Im vergangenen Jahr blieben unterm Strich 1 Milliarde Dollar übrig, 2010 waren es 606 Millionen Dollar und 2009 immerhin schon 229 Millionen Dollar. Der Umsatz lag zuletzt bei 3,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Viele Investoren stellen sich aber die Frage, ob diese Zahlen die kolportierte Firmenbewertung von 75 bis 100 Milliarden Dollar rechtfertigen. Facebook selbst lässt in dem Börsenprospekt noch keine Rückschlüsse zu, welchen Wert das Management dem Unternehmen zumisst. Weder wird die Anzahl der auszugebenden Aktien angegeben, noch der Preis für das einzelne Papier.
Bis zum eigentlichen Börsengang, der für das späte Frühjahr oder den Sommer erwartet wird, wird Facebook die Informationen noch nachreichen. Dann wird auch feststehen, von wie vielen Anteilen sich Gründer Mark Zuckerberg selbst trennt. Noch klafft an dieser Stelle im Prospekt eine Lücke.
Zuckerberg hält laut den Angaben gut 28 Prozent der Anteile. Das gesamte Management kommt auf 70 Prozent, der Rest liegt bei Finanzinvestoren. Allerdings haben nicht alle Aktien auch das gleiche Stimmrecht - und der Besitzer damit den gleichen Einfluss auf die Geschicke des Unternehmens.
Zuckerberg selbst hält Aktien der Klasse B mit zehn Stimmen, während Anleger beim Börsengang A-Aktien mit nur einer Stimme erhalten werden. Damit hat Zuckerberg auch künftig das Sagen bei seinem Baby Facebook. Weil andere Anteilseigner ihm ihre Stimmen übertragen haben, kommt Zuckerberg momentan sogar auf 57 Prozent aller Stimmrechte.
Zuckerberg wollte die Kontrolle über sein Unternehmen lange gar nicht aus der Hand geben. Statt eines Börsengangs sammelte er in mehreren nicht öffentlichen Finanzierungsrunden Geld von großen Investoren ein. Mehrfach schlug er milliardenschwere Kaufangebote aus, zuletzt vom Internetriesen Google.
Zuckerberg schrieb in einem Brief, der den Antrag begleitet: "Facebook wurde ursprünglich nicht gegründet, um ein Unternehmen zu sein. Es wurde aufgebaut, um eine soziale Mission zu erfüllen - die Welt offener und vernetzter zu machen." Der Gründer brachte es auf eine einfache Formel: "Wir entwickeln keine Dienste, um Geld zu machen; wir verdienen Geld, um bessere Dienste zu entwickeln."
Facebook war allerdings zuletzt immer wieder wegen Bedenken um den Datenschutz in die Schusslinie geraten. So erregte die neue Facebook "Chronik" (im englischen "Timeline") Anstoß. Bei der Funktion werden alle Informationen angezeigt, die man je bei Facebook eingestellt hat.
Facebook gilt dennoch als der spektakulärste Börsengang des Internet-Zeitalters angesichts der 845 Millionen aktiven Nutzer - auch diese genaue Zahl enthüllte Facebook im Prospekt. Bereits seit Tagen ist die Wall Street in heller Aufregung. Investoren hoffen auf ein lukratives Investment, Banker und Aktienhändler auf satte Gebühreneinnahmen.
Facebook würde selbst mit den genannten 5 Milliarden Dollar noch den größten Internet-Börsengang aller Zeiten hinlegen. Zum Vergleich: Suchmaschinenprimus Google kam im Jahr 2004 auf Einnahmen von 1,7 Milliarden Dollar. Zusammen mit den Aktien, die bei den Alteigentümern verblieben, lag die Gesamtbewertung damals bei 23 Milliarden Dollar. Bis heute sind daraus 189 Milliarden Dollar geworden.
Bereits seit längerem wird über einen Börsengang von Facebook spekuliert. In der jüngeren Vergangenheit hatten Internetfirmen wie das berufliche Netzwerk LinkedIn, das Schnäppchenportal Groupon und der Spieleentwickler Zynga ("Farmville") den Sprung aufs Parkett gewagt. Das war vielfach als Testlauf für Facebook gesehen worden.
19 Meinungen zu "Wie viel ist Facebook wert?"
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AmoLaMiaVita
Sonntag, 05.02.2012, 17:37 Uhr @Darkthrone: "irritierend finde ich hingegen, wenn man sich mit menschen/freunden, die in unmittelbarer nähe wohnen und die man regelmäßig sieht bzw. sehen könnte, quasi nur noch per facebook unterhält. :P ich bevorzuge dann doch regelmäßige treffen, unternehmungen, gespräche." __________ Das geht mir genauso. Allerdings sind meine Freunde und Bekannten über ganz Deutschland verteilt, einige leben im Ausland. Und mit FB ist es einfach sehr unkompliziert, mit allen Kontakt zu halten. Uns verbindet ein gemeinsames Hobby und wir sehen uns mehrmals im Jahr. FB dient also eher zur "Überbrückung" bis man sich wieder real trifft. -
Darkthrone
Sonntag, 05.02.2012, 16:56 Uhr zitat Tommy63 Komunikation von Gesicht zu Gesicht ist 1000mal mehr wert ob "mehr wert sein" der richtige ausdruck ist - ich weiß es nicht. es ist anders. ich nutze facebook hauptsächlich, um mit einigen leuten, die mir durch ein musikforum seit über 10 jahren ans herz gewachsen sind, in kontakt zu bleiben. die wohnen aber nicht gerade um die ecke, sondern tausende km entfernt, weltweit verstreut. in dem jahrzehnt ist viel passiert, man hat sich kennengelernt, nimmt anteil am leben des anderen. aber mehr als virtueller kontakt ist oftmals nicht möglich. der 2. punkt ist, dass facebook sehr schnell ist, wenn es um informationsaustausch geht. mich interessieren speziell die neuesten updates diverser organisationen. an die würde ich außerhalb des internets kaum kommen. irritierend finde ich hingegen, wenn man sich mit menschen/freunden, die in unmittelbarer nähe wohnen und die man regelmäßig sieht bzw. sehen könnte, quasi nur noch per facebook unterhält. :P ich bevorzuge dann doch regelmäßige treffen, unternehmungen, gespräche. -
AmoLaMiaVita
Sonntag, 05.02.2012, 13:35 Uhr @Tommy63: "Ich habe mir mal ein paar Beiträge von Dir durchgelesen, solltest Dir vielleicht mal etwas gutes tun und ein gutes Buch lesen. Wir befinden uns in einem Staat wo Bildung gefördert wird, an jeder Ecke gibt es Büchereien mit kostenlosen Verleih." _______________ Nichts gegen Deinen Rat, aber auch Dir könnte es nicht schaden. Zumindest, was die deutsche Sprache angeht. Wenn man nämlich einige Beiträge von Dir durchliest, wird man immer wieder auf orthographische und grammatikalische Fehler stoßen. Solltest Du allerdings kein Deutscher sein, wäre dies sicher anders zu werten. Aber ein Deutscher, der permanent die vermeintlich mangelnde Bildung anderer kritisiert und dann nicht einmal seine eigene Muttersprache beherrscht - DAS wäre mehr als peinlich... -
Tommy63
Freitag, 03.02.2012, 14:00 Uhr @Nachfarger 2012 Ich habe mir mal ein paar Beiträge von Dir durchgelesen, solltest Dir vielleicht mal etwas gutes tun und ein gutes Buch lesen. Wir befinden uns in einem Staat wo Bildung gefördert wird, an jeder Ecke gibt es Büchereien mit kostenlosen Verleih. -
BoB750
Donnerstag, 02.02.2012, 15:43 Uhr Ob man nun Facebook mag oder nicht. Ob man es nutzt oder nicht, ist jetzt erst mal egal. Die Frage ist doch vielmehr: Würde man sich solche Aktion kaufen oder nicht? Und da muss man, meiner Meinung, nach unterscheiden: Will man nur kurzfristig ein bisschen zocken oder will man Geld langfristig (fünf bis 10 Jahre) anlegen? Dazu muss man sich überlegen: Gibt es Facebook in 10 Jahren noch? Das kann wohl keiner wirklich sicher sagen. Was macht das Unternehmen Facebook so wertvoll? Ich denke, das sind (hauptsächlich) die Informationen. Die Daten, die die Nutzer jeden Tag eingeben. Was sie mögen und was nicht. Adressen, Telefonnummern, wer mit wem, und so weiter. Denn dieses Wissen ist lässt sich auch gut verkaufen und für Zielgruppenorientierte Werbung nutzen. Die Firma ist gut aufgestellt und hat eine Menge treue Nutzer. Aber schnell ist so was auch wieder weg und wird von was anderem, trendigeren abgelöst. Wie bei jeder finanziellen Anlage, muss man auch hier das Risiko einschätzen. Und das wird wohl jeder für sich, oder auch verschiedene Finanzberater unterschiedlich einstufen. -
BoB750
Donnerstag, 02.02.2012, 15:30 Uhr Hallo Nachfrager2012. Hast du dir ein neues Thema rausgesucht? Das mit der deutschen Bank war echt abgelutsch, oder? -
Xevo
Donnerstag, 02.02.2012, 14:24 Uhr Nachfrager2012 allerdinsg sind Finanzierungen im unternehmerischen Bereich oder für den Immobilienerwerb ja nichts priinzipiell schlechtes... ==================== Der Wert für das geliehene Geld ist ja immer noch da.
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