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11.02.2012, 19:09 Uhr

Forscher empfehlen Deutschland die Rente mit 72 in Kooperation mit WELT Online

Die Deutschen müssten laut Studie für ihr Sozialsystem 2050 fünf Jahre länger arbeiten als heute. Die Wochenarbeitszeit könnte aber sinken.

Von Florian Eder

Rente mit 67? Lächerlich, findet Fredrik Reinfeldt. "Wir werden mit 30 Jahren nicht das arbeiten, was wir mit 70 tun", sagt der schwedische Premier. "Aber wenn wir den Standard bewahren wollen, den wir uns erwarten, müssen wir länger werktätig bleiben." In Schweden gilt bereits heute ein flexibles Rentenmodell, das Arbeitnehmer nicht zu einem fixen Zeitpunkt in den Ruhestand schickt. Zwischen 61 und 67 Jahren verabschieden sich die Schweden aus dem Beruf. Reinfeldt macht deutlich: Dabei bleibt es nicht.

Geht es nach der EU-Kommission, wird sich Europa daran bald ein Beispiel nehmen. Ein Sätzchen mit Sprengkraft haben die drei EU-Kommissare Laszlo Andor (Soziales), Michel Barnier (Binnenmarkt) und Olli Rehn (Wirtschaft) in die Pläne gepackt, die sie in der kommenden Woche vorstellen werden.

Auch wer Hartz IV bezieht, kann etwas für die Rente tun. >

Die Kommission empfiehlt Europa, "das Rentenalter mit der Steigerung der Lebenserwartung abzugleichen" – quasi automatisch also, anstatt in hart umkämpften Reformen alle paar Jahre aufs Neue ein fixes Eintrittsalter festzulegen. So steht es in dem Entwurf der Kommission, der "Welt Online" vorliegt.

James Vaupel freut diese Nachricht. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock, einer der profiliertesten Experten weltweit, ist selbst übers deutsche Rentenalter hinaus und hat darum gekämpft, länger bleiben zu dürfen. "Die Menschen müssen schlicht einen vernünftigen Teil ihrer Lebenszeit arbeiten", sagt er. Heute verbrächten die Europäer etwa die Hälfte ihres Lebens im Beruf, sagt er. "Für die Rentensysteme würde es schon reichen, dieses Verhältnis beizubehalten." Dafür aber wird Europa seinen Bürgern mehr zumuten müssen, als das Rentenalter ein paar Jahre anzuheben.

Vaupel rechnet vor: Die Lebenserwartung steige in Europa von Jahrzehnt zu Jahrzehnt um zwei bis drei Jahre. "2050 wird sie bei etwa zehn Jahren mehr liegen als heute", sagt er. "Etwas von dieser geschenkten Zeit werden wir auf die Arbeit verwenden müssen." Wie viel? "Fünf Jahre", sagt er. Hieße in Deutschland: nicht Rente mit 67, sondern mit 72. Vaupels Modell sieht vor, dass Menschen "mehr Lebensjahre, aber weniger Wochenstunden" arbeiten. "So haben sie in jungen Jahren mehr Zeit für die Familie, belasten aber im Alter nicht die Pensionskassen", sagt er.

Aber werden alle bis in die 70er arbeiten können? Der Demograf bringt Trost: "Die gesunde Lebenserwartung steigt ebenso rasch an. Wenn Menschen zehn Jahre länger leben, werden sie zehn Jahre später krank", sagt Vaupel. Statistiker wie er sehen kein Ende des Trends der steigenden Lebenserwartung. Sie rechnen damit, dass ein heute in Deutschland geborenes Kind eine 50-Prozent-Chance darauf habe, 100 Jahre alt zu werden.

© WELT Online

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3006 Meinungen zu "Experten sind für Rente mit 72"

  • Jump55
    Mittwoch, 16.05.2012, 09:36 Uhr
    ist doch ganz klar warum diese sogenannten "experten" so ein stuss von sich geben, die wollen das der normale arbeiter sein lebenlang schön kräftig einzahlt und dann einfach während der arbeit tot umfällt...... ist doch praktischer. als hätten nur akademiker oder beamte ein recht auf einen netten ruhestand. mein mann ist mit leib und seele straßenbauer, dieses jahr wird er 30 also noch jung aber wenn ich mir anschaue was er teilweise jetzt schon für leichte "verschleißerscheiungen" hat, frage ich mich echt wie die sich das in solch schwer körperlichen arbeiten vorstellen?1 dafür gibt es keinen plan... aber auch für berufe in denen man den köper nicht so sehr beansprucht, ist das eine absolute beklppte idee!!!!!
  • Weltverklaerer
    Samstag, 05.05.2012, 11:25 Uhr
    Schlage vor das testen wir mal 10 Jahre lang an den "Experten" selbst. Wetten dass es nicht mal zum Test kommt ?
  • ricoschatzlebt
    Dienstag, 01.05.2012, 12:24 Uhr
    Die Sesselpfurzer im Lande dürfen gerne weiter bis 72 (von mir aus auch bis 80 oder noch länger) in ihre Sessel pfurzen, aber was ist mit den Menschen, die Jobs haben, die ihnen körperlich und/oder psychisch sehr viel abverlangen???? Wie sollen die das schaffen????
  • mecky65
    Samstag, 07.04.2012, 16:50 Uhr
    Bürger lasst uns endlich was gegen diese unfähige Bande da oben unternehmen! Gehen wir doch auf die Straße. Lasst es uns doch machen, wie die Franzosen, die warten nicht bis etwas beschlossen ist, sondern wehren sich sofort. Im übrigen sollen wir doch nur bis 72 knechten gehen, damit die griechischen Pleitegeier weiterhin mit 58 in Rente gehen können. Irgendwer muss denen das ja finanzieren. Der doofe Deutsche macht das schon! Mir wird schlecht!
  • Treibsand
    Montag, 19.03.2012, 10:28 Uhr
    Arbeiten bis 72? Aber gerne doch! Man lässt sich Krankschreiben (Gründe gibt's in dem Alter gewiss genug), Lohnfortzahlung bis 6 Wochen, danach schleppt man sich für ein paar Tage zum Job, dann wieder Krank - da kriegt man mehr raus als das, was die Rentenkassen in Zukunft so leisten werden.
  • duplexagon
    Sonntag, 18.03.2012, 15:11 Uhr
    Nun, heutzutage geht die Jugend viel später arbeiten im Schnitt als die damalige Jugend davor (Bsp. mein Vater und Onkel usw.) die hatten oft schon mit 18 gleich einen festen Beruf, bzw. einen Beruf halt. Ergo, haben sie da schon in die Kassen Geld geschmissen. Heutzutage gehen die meißten eher mit 20 - 25 richtig arbeiten. Wobei ich nicht sagen will, nur die Arbeitssuchenden sind selbst Schuld! Das wäre nämlich eine Lüge. Studenten gehen natürlich oft noch viel später erstmal richtig arbeiten.. Wie dem auch sei. Je später man arbeiten geht, um so weniger wird dann halt in die Kassen eingespielt. Und das Renteneintrittsalter steigt und steigt. Aber alle nun innen Billiglohnjob packen oder innen Euronen-Job wäre auch keine Lösung, eher das Gegenteil, denn die meißten bekommen beim E-Job ja immer noch ALG2, bei manchen Billiglohnjobs auch. Oder sie haben einen Zweitberuf. Aber diesen Jobs ist man schnell mal an seine Grenzen geraten und schafft die Rente mit 67/72 eher garnicht. Die Rentenverteilung ist auch ziehmlich bescheiden. Siehe was Wulf bekommt, durchs nix tuen, oder dumm rumschwafeln, als Beispiel. Oder siehe die Politiker, realtiv einfacher Beruf, aber viel Kohle. (im Verhältnis zueinander) Die schaffen Rente mit 72 sehr viel leichter als besagte Berufe wo man physische Belastungen (natürlich sind da gleich auch psychische Belastungen dabei) aushalten muss. Darum find ich auch, dass jene, die nicht so schwer (was wer darunter auch immer verstehen mag) arbeiten müssen, mehr in die Kassen einzahlen sollten. Wobei der Haken, wer bestimmt was schwere Arbeit ist? Die Theoretiker, Statistiker usw. denken doch eh, die haben den schwersten Beruf der Welt... So denken die Politiker doch auch. (ironie) Naja, wenn ich son Beruf wie mein Vater habe, werde sich sicher nicht das Renteneintrittsalter (72) erreichen... Zumal man auch immer bedenken muss, ob man angeborene Krankheiten hat, wie Bluthochdruck usw. Damit ist man ja noch schneller erschlafft. Fakt ist wohl nur, Rente mit 72 ist nur in der Theorie wirklich anwendbar. Die Praxis sieht ganz anders aus. Und zu tode ackern werde ich sicher nicht. Denn wir leben ja eigentlich nicht mehr im Mittelalter oder zu der Zeit, wo die Masse noch dumm (keine Schulen oder nur wenige) war und alles gemacht hat was man denen sagte, wenn sie nicht gerade durch Zufall Chef waren (meißt nur hineingeborene). Heute sollte man arbeiten um zu leben/besser leben und nicht um zu überleben. Zumal, warum sollten Leute mit einer etwas höheren Intelligenz oder Glück, mehr vom Leben haben als die, die das Grundgerüste von allem darstellen? Zumal der Staat noch eins tuen sollte, er sollte mit den Steuergelden >>>intelligenter<<< umgehen.
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