Der Quetscher
Manche Berufstätige lieben es, mit großem Kraftaufwand die Hand des Anderen zu drücken. Das kann soweit gehen, dass dieser am liebsten einen Aufschrei des Entsetzens loswerden möchte. Gerade für jene, die Ringe tragen, kann ein allzu fester Handschlag schnell zum schmerzhaften Erlebnis werden. "Der Quetscher demonstriert seine Macht", betont Smits. "Er signalisiert: Ich bin ein handfester Typ und kein Weichei." So ist also das Quetschen ein Statement, das von großem Selbstbewusstsein zeugt ... oft auf Kosten des Begrüßten. "Wer so handelt, dem fehlt das Gespür für seine Umgebung."
Es gibt allerdings eine Ausnahme: Wenn der Begrüßende die Hand seiner Kontaktperson nur halb zu fassen bekommt, kann schon aus einem normalen festen Händedruck eine unangenehme Erfahrung werden. In diesem Fall ist der "Quetscher" unschuldig. Smits' Tipp: Wer die Hand seines Gegenübers nicht richtig greift, sollte lieber nachfassen. Vielleicht mit einem freundlichen und launigen Kommentar wie "Jetzt noch einmal richtig!"
Der Schulterklopfer
Noch dominanter als der Quetscher ist der Schulterklopfer. Denn wer seinen Zeitgenossen die Hand auf die Schulter oder den Arm legt, demonstriert noch deutlicher seine Macht. Er zeigt, dass er das Sagen hat und im Status über dem Anderen steht. "Viele ranghohe Politiker reagieren auf diese Geste ihrerseits mit einem Schulterklopfen. So neutralisieren sie den Machtanspruch des Anderen", erklärt Smits. Wer sich also nicht dominieren lassen will, sollte es so wie die Politiker machen und die Geste erwidern!
Der Schüttler
Der Schüttler praktiziert einen ungewöhnlich langen Handschlag. Damit das nicht so auffällt, wird die Hand der Kontaktperson die ganze Zeit geschüttelt. Meist wird dieses "Händeschütteln" noch von einem Wortschwall begleitet. Im Gegensatz zum Quetscher ist diese Form des Händeschüttelns kein Ausdruck eines Dominanz- und Machtverhaltens. Ganz im Gegenteil: Wer Hände schüttelt will eine gleichberechtigte Beziehung. Smits: "Es handelt sich hier in der Regel um einen fröhlichen und kommunikativen Menschen, der mit seinem Händedruck Sympathien erwerben will." Doch kommt auch dieser Arbeitnehmer bei seinen Kollegen oft nicht so gut an. "Viele empfinden den überlangen Händedruck als übergriffig, weil das Bedürfnis nach Distanz verletzt wird." Smits' Tipp: Schütteln Sie nie länger als drei Sekunden die Hand Ihres Gegenübers!
Der tote Fisch
Dieser Händedruck ist das Gegenteil einer dominanten Begrüßungsgeste: Er wirkt passiv und leblos. Dies wird im Businessalltag fast genauso negativ empfunden wie ein zu machtvolles Auftreten. Schließlich wirkt so ein Handschlag weder tatkräftig noch engagiert. "Wer einen zu schlaffen Händedruck hat, dem wird Desinteresse und mangelndes Selbstbewusstsein unterstellt", erklärt Smits. Doch Vorsicht: Kommt ein Geschäftspartner aus einem anderen Kulturraum wie zum Beispiel Ostasien, sollten seine Gesprächspartner keine falschen Schlüsse ziehen. Da dort der Handschlag unüblich ist, wird er sanfter ausfallen als unter Europäern.
Der optimale Handschlag
Er ist trocken, kräftig, kurz und ohne ausdauerndes Schütteln. Der Begrüßte fühlt sich dabei einfach wohl. Deshalb gehören auch der Blickkontakt und ein freundliches Lächeln dazu. Der Händedruck sollte die Begegnung auf Augenhöhe unterstreichen. Er darf keine Geste der Dominanz oder Unterwerfung sein. Smits: "Das richtige Maß und ein Gespür für die Bedürfnisse des Anderen sind Grundvoraussetzungen, um gleich bei der Begrüßung einen positiven Eindruck zu hinterlassen!"
38 Meinungen zu "Was sagt Ihr Händedruck aus?"
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krille
Donnerstag, 09.02.2012, 10:39 Uhr Nach dem Pinkeln,sich nicht richtig die Hände waschen und dann einem die Hand geben.Pfui,pfui.Die Japaner geben sich erst gar nicht die Hand und haben trotzdem Respekt von einander.Es geht auch ohne Körperkontakt im Business. -
Opossum666
Dienstag, 07.02.2012, 17:16 Uhr @badracer, s.4: "Am meisten Hasse ich die Quetscher. Was glauben die Typen eigentlich, warum sie jedem, den sie begrüßen, die Hand brechen müssen. Manche fassen so unnormal heftig zu, dass ich denjenigen am Liebsten meine Faust ins Gesicht drücken würde. Da tun mir dann die Frauen echt leid." Mir auch. Ich als Frau möchte wegen meines Händedrucks auch keine Faust ins Gesicht gedrückt bekommen. :-) -
Harry1972
Montag, 06.02.2012, 15:55 Uhr Wohingegen Benimm-Trainer und Benimm-Trainerinnen überhaupt nicht mit einem Händedruck begrüßt werden sollen. Solche Leute begrüßt man formvollendet mit einer schallenden Ohrfeige. -
wernerwillibutz
Montag, 06.02.2012, 15:47 Uhr entweder kräftig Hände schütteln oder kraftvoller Zungenkuß - kommt beides gut.:):):) -
outlawhoch2
Montag, 06.02.2012, 15:33 Uhr Der Händedruck aus dem norddeutschen Großhanddorf !!! Klasse! -
TuckerCase
Montag, 06.02.2012, 15:11 Uhr irgendwie wollen sich mir die kausalen zusammenhänge nicht ergeben... pseudowissenschaft für juppies :) jemand der die hand kräftig drückt, kann vielleicht einfach nur kräftig sein und primär in einem umfeld verkehren wo dies auch auf andere zutritt (siehe im baugewerbe oder mechaniker usw), zudem ist die haptische wahrnehmung subjektiv... das ist mal wieder der klassische Cum hoc ergo propter hoc... (wer ihn nicht kennt: wiki hilft, dort gibs auch schöne beispiele) einfach eine erstbeste möglichkeit heranziehen, ein konstrukt der erläuterung darum aufbauen, bis es inhaltlich passt, dann hat man eine möglichkeit gefunden, wie es theoretisch sein KÖNNTE... diesen nonsense noch verbreiten, genug nachahmer finden und prompt hat man den schlamassel -
LordRanek
Montag, 06.02.2012, 15:08 Uhr mmh .... Aussagekraft des Artikels geht gegen Null, denn jeder muss für sich selbst entscheiden welchen Händedruck er wie interpretiert. Denn ehrlich gesagt bin ich froh manchmal keinen Händedruck zu bekommen als nur einen sagen wir da leiblos ausgeführten. Da ich fast täglich durch verschiedenste Meetings tingele nervt die ewige Händeschüttelei auch, vor alle es geht eine Menge Zeit verloren wenn die Besprechung mal im Bereich von 10+ Teilnehmer ist. Da bringt eine ausgesprochene Begrüßung mehr. Für alle anderen Fälle kommt es auch die Situation an ob ein Händedruck oder andere "Begrüßungsrituale" angebracht sind.
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