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16.01.2012, 11:42 Uhr

Die Jobaussichten 2012

Das vergangene Jahr war mit seiner geringen Arbeitslosigkeit rekordverdächtig. Doch Experten erwarten vom neuen Jahr nicht die gleiche Dynamik beim Abbau der Arbeitslosigkeit. Schließlich schwelt die Eurokrise weiter. Außerdem erwarten sie eine schwierige Konjunkturlage.

Von Anja Schreiber für 1&1

"Bisher sind die Arbeitsmarktzahlen ausgezeichnet", betont Prof. Dr. Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. So ist im Jahr 2011 die Zahl der Arbeitslosen auf ein Rekordtief gesunken: Sie lag im Jahresdurchschnitt bei unter drei Millionen Erwerbslosen, da die Konjunktur über den größten Teil des Jahres 2011 noch ausgezeichnet lief. Damit sind die Zahlen so gut wie das letzte Mal vor 20 Jahren. "Seit 2005 ist die Zahl der Arbeitslosen um mehr als zwei Millionen gesunken."

Weber prognostiziert, dass im Jahr 2012 diese Entwicklung allerdings nicht weitergehen werde. "Der Abbau der Arbeitslosigkeit wird nicht fortschreiten, zumindest nicht in diesem Tempo."

"In letzter Zeit sei die Zahl der offenen Stelle gestiegen, aber auch hier rechnet Weber mit einer Stagnation: "Ich gehe davon aus, dass sich das jetzige Niveau nicht mehr deutlich nach oben verändern wird. Verantwortlich dafür ist die sich abzeichnende schwierige Konjunkturlage, aber auch die Eurokrise, die immer noch über allem schwebt."

Die Wirtschaftslage wird 2012 also nicht zu einer totalen Trendwende auf dem Arbeitsmarkt führen, sondern eher auf dem aktuellen Niveau stagnieren", betont Weber. Allerdings könnte es bei einem negativen Verlauf des Jahres 2012 auch einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen geben.

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Weber geht davon aus, dass im neuen Jahr das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sogar leicht sinken kann. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt bleiben aber überschaubar, so der Experte. Bei einem Rückgang des BIP um 0,2 Prozent erhöht sich die Zahl der Arbeitslosen lediglich um 20.000. Damit würden im Jahresdurchschnitt 2,99 Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sein. Weber kommt zu dem Schluss: "Grundsätzlich ist der Arbeitsmarkt robust!"

Anne Müller - ebenfalls vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung - beschäftigt sich insbesondere mit der Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage in einzelnen Branchen und Berufen. "Konjunkturunabhängig wird in nächster Zeit das Gesundheits- und Sozialwesen wachsen", berichtet Müller. So gehörten zum Beispiel Ende 2010 Altenpflegekräfte zu den Berufen mit den meisten sofort zu besetzenden offenen Stellen. Angesichts der demographischen Entwicklung gehe sie von einem weiteren Wachstum der Zahl offener Stellen in dieser Branche aus. Die meisten sofort zu besetzenden Stellen gab es Ende 2010 unter den Lager- und Transportarbeitern. Aber auch für Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen gab es 2010 besonders häufig sofort zu besetzende Stellen.
"Insgesamt besteht in Deutschland bisher kein allgemeiner flächendeckender Fachkräftemangel. Immer noch übersteigt in den meisten Segmenten des Arbeitsmarkts das Arbeitskräfteangebot nach wie vor die Arbeitskräftenachfrage", berichtet Müller.

In einigen Berufen ist das aber anders. Dort übersteigt die Zahl der vorhandenen offenen Stellen die Zahl der Arbeitslosen. Das sind einige der schon genannten Gesundheits- und Pflegeberufe, aber auch die meisten Ingenieurfachrichtungen sowie einige technische Berufe. "Anders als bei den Sozial- und Gesundheitsberufen ist aber die Nachfrage nach Ingenieuren und anderen technischen Berufen von der Konjunkturentwicklung abhängig", so Müller.

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37 Meinungen zu "Die Jobaussichten 2012"

  • Threadpapa
    Freitag, 27.01.2012, 11:28 Uhr
    Die Jobaussichten 2012 CDU will Lohnnachzahlung verhindern http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2012/dumpingloehne109.html
  • amoro
    Donnerstag, 19.01.2012, 17:09 Uhr
    Blödsinn. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
  • superjany
    Dienstag, 17.01.2012, 15:00 Uhr
    Ich weiß beim besten Willen nicht, was ihr habt... So schlecht ist es nun wirklich nicht. Alleine heute haben mich schon zwei Headhunter kontaktiert und so läuft das schon seit Wochen. Von einer schlechten Lage kann also gar nicht die Rede sein - höchstens von mangelhafter Qualifikation!
  • Socatwin
    Montag, 16.01.2012, 16:45 Uhr
    Es gibt viele Meinungen hier , die sind sehr interessant. Jobhopping ist auf jeden Fall eine gute Sache, so lange man etwas neues sehen will, keine Familie hat und keine Planungssicherheit braucht. Ich selber praktiziere das, bin mit meiner Freundin nach London gezogen, hatte den ersten Monat keinen Job, dann bis heute einen, naechste Woche fange ich woanders an. Es kommt natuerlich auf die Branche an und auf die Bildung. Ich arbeite zum Beispiel im Tourismus, habe Abitur, Ausbildung spreche 4 Sprachen fliessend. Vor 3,5 Jahren wurde ich in D arbeitslos, hatte mich beworben und es kam eine Zeitarbeitsfirma auf mich zu. Die habe ich ausgelacht - ne Woche spaeter hatte ich wieder einen Job. Ich denke Bildung spielt bei Neueinsteigern die entscheidende Rolle - nicht mal so sehr das Zeugnis, aber wenn man bei einem Bewerbungsgespraech nicht mal 3 Saetze stilistisch korrekt sprechen, geschweige denn schreiben kann, dann hat man verloren. Des weiteren sollte in den Schulen "Arbeitsunterricht" eingefuehrt werden. Welche Jobs gibt es, was benoetige ich dafuer und warum ist dieser Job auch noch in 5 - 15 Jahren relevant. Auch der Umgang mit Geld sollte vermehrt an Schulen gelehrt werden. Zum Thema "genug jobs" sind da - wer will denn heute noch Lehrer werden in D? Also ich haette kein Interesse - bei dem Stress dieses Gehalt - nein danke.
  • vaffanculo
    Montag, 16.01.2012, 16:28 Uhr
    die absolute Zahl der Jobs in Germany ist doch gar nicht entscheidend, eher ist der Trend frustrierend, immer mehr Billigjobs, Zeitarbeit und kaum noch unbfristete Arbeitsverträge... dazu kommt, dass immer mehr Menschen mit einem Job "aufstocken" müssen traurig, diese Entwicklung -------------------------------- Dem kann ich nur zustimmen! Mich hat es mit einem unbefristeten Vertrag erwischt. Hab mich lange Zeit vor allem auf diese Zeitarbeitsfirmen mit meinen Bewerbungen konzentriert da ich dachte da hat man dann eher eine Chance... Zeitarbeit ist keine Chancenfabrik. Zeitarbeit verhindert Festeinstellungen und Chancen dies kann ich aus eigener Jahrelanger Erfahrung berichten. Warum boomt dieser Sektor so wenn alle dort einen Job bekommen??? Dieser Sklavenmarkt würde sich selber abschaffen wenn er wirklich direkte Chancen bieten würde... Gerade heute hab ich mir überlegt ob ich diesen ganzen Verein nicht einfach verklagen sollte... ich weiß... ;) lächeln erlaubt. An all die die denken Zeitarbeit ist so toll... schaut euch mal in diversen Jobbörsen um. Arbeitsamt meinestadt. de etc. 99% Anzeigen von Zeitarbeitsfirmen und das traurige daran ist das in vielen Fällen nicht einmal eine wirkliche Stelle dahinter steht sondern diese Stellenanzeigen nur dazu dienen um neues Frischfleisch anzuheuern... Ich kann in mehreren Fällen beweisen das dieses System mir die Chance auf diverse Stellen genommen hat! Das ist wirklich nicht prickelnd Wie auch immer... Jobaussichten im Niedriglohnsektor bedeutet in den meisten Fällen zusätzlich HArtz 4 und Raubbau an unseren Sozialkassen... Wir auch immer mein Tipp dazu... meidet Niedriglohn und vorallem diese Zeitarbeitsfirmen. Wenn wirklich jeder einen Bogen um diese Firmen machen würde dann würde es hier anders aussehen. Auch wenn ich immer wieder Rückfälle bekomme (hab mich gestern beworben) bin ich erfolgreicher indem ich diesen Skavemarkt so gut es geht vermeide. Werde heute Abend einen Stundenlohn um die 20 Euro einfahren. War vor Jahren schonmal besser aber keine Zeitarbeit! ;) Allen viel Glück bei der Jobsuche 2012
  • JoJo2008
    Montag, 16.01.2012, 16:09 Uhr
    Ich fange nie bei null an. In jedem neuen Unternehmen lerne ich dazu (oder vergisst du plötzlich alles). ------------- das war auch nicht gemeint. Bis du dich in der Firma auskennst und qualifiziert mitreden kannst, das dauert. hat nix mit vergessen zu tun; was man nicht weiß/kennt kann man ja auch schlecht vergessen. Es gibt branchen die finden jobhopping toll, in der großen mehrheit der wirtschaft jedoch denke ich sieht man das anders. Die wollen ja keine ABM für die personaler wenn sie jemanden einstellen bei dem man schon am lebenslauf sieht wann er sich wieder verabschiedet. Es gibt auch Firmen die sehen solche unsteten gesellen ganz klar negativ weil sie nicht als sprungbrett dienen wollen.
  • KillJoy
    Montag, 16.01.2012, 16:00 Uhr
    @ Meldungen ich habe nicht geschrieben, da es nicht so ist, ich habe geschrieben, das der Jenige falsche Informationen hat, das es von Amerika so übernommen wurde .... habe nie gesagt, das es in DE nicht so ist ... nur das es in Amerika anders läuft. Ich glaube, du hast meinen Post falsch interpretiert. Kann passieten, ist nicht schlimm.
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